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Die Monegassen- eine große Familie

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Die Monegassen- eine große Familie

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Nur ein Viertel der 37.000 Einwohner von Monaco hat die monegassische Nationalität. Was verbindet sie? Das Gefühl, zu einer großen Familie zu gehören. In dieser zweiten Ausgabe von Monaco Life verraten drei von ihnen, wie sie zum Aufbau einer starken Identität Monacos beitragen, im Einklang mit der Zeit oder sogar der Zeit voraus.

Willkommen bei Venturi, dem monegassischen Spezialisten für Elektroautos und das Aushängeschild des Fürstentums bei der neuen FIA-Formel-E-Meisterschaft. Sie begann im September in Peking und macht im Mai in Monaco Station (8. von 10 Rennen). Laut Michel Ferry, dem Direktor des Grand-Prix-Rennens im Fürstentum, eine selbstverständliche Wahl: “Wir haben bereits vor über 15 Jahren die Rallye Monte Carlo New Energies für Hybrid-, Elektro- und Wasserstoffautos geschaffen. Als der Internationale Automobilverband bekannt gegeben hat, eine reine Elektro-Meisterschaft zu starten, haben wir gesagt: Da sind wir dabei, da machen wir mit.”

Mit einer Geschwindigkeit von 497 Stundenkilometern hält Venturi den Geschwindigkeitsrekord für Elektroautos. Monaco ist stolz darauf, ist die Geschichte des Landes doch seit mehr als einem Jahrhundert mit Autorennen verbunden. “Man kann den Motorsport nicht ignorieren, wenn man im Fürstentum von Monaco geboren ist. Er ist ein Muss”, so Michel Ferry.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Zukunft gehen wir in der Zeit zurück, um das Geheimnis eines traditionellen Rezepts von Monaco zu lüften: Barbajuans. Die gefüllten Teigtaschen sind die Spezialität von Marc Costa: “Die Barbajuans sind echt monegassisch, wir machen sie noch genauso, wie unsere Mutter es uns gezeigt hat”, erzählt der Bäcker. Er verkauft die Barbajuans in seinen acht Bäckereien. Verrät er auch das Rezept? “Die Zutaten sind vor allem Mangoldblätter, Schinken, Reis, Zwiebeln, Käse, Eier”, zählt sein Mitarbeiter Alain Szaflik auf. Die Masse wird dann in einen dünnen Teig eingewickelt und frittiert.

Marc und Alain arbeiten seit 35 Jahren zusammen: “Auf diesem Foto sehen Sie meine Mutter und meinen Vater, das ist Alain, die Aufnahme ist von 1979, da hat er gerade angefangen. Und das bin ich, ich mache gerade Croissants”, so Marc Costa, der weiterhin ausführt: “Die Besonderheit Monacos, das ist die Beständigkeit, die Ruhe. Es gibt keine politischen Veränderungen, keine Regierungsumbildungen, es herrscht eine gewisse allgemeine Beschaulichkeit. Alle monegassischen Unternehmen, die echten monegassischen, gibt es schon sehr lange.”

Dominique Salvo hat eine echte Liebe zu Wörtern. Sie unterrichtet monegassisch in Monacos einziger staatlicher Schule: dem Collège Charles III. Seit 1976 ist monegassisch verpflichtend in der Grundschule und kann als Wahlfach im Abitur gewählt werden. “Ich liebe das Monegassische. Ich liebe diese Sprache und ich liebe, was sie ausdrückt. Für mich ist es wunderbare Sprache”, so die Lehrerin.

Für Monacos Schüler ist es ein Mittel der Identitätsfindung, mittels dessen sie sich vom großen französischen Nachbarn abgrenzen können. “Sobald sie es ein bisschen sprechen können, weiß jeder, dass man von hier ist. Und auch für Ausländer ist es ein Mittel zur Integration”, meint Dominique Salvo. Die Pflege des Monegassischen gehört für Dominique Salvo zur nationalen Identität des Fürstentums: “Ihr Ursprung liegt im Genueser Dialekt, aber heute wird sie nur noch hier gesprochen. Wenn man sie verschwinden, sie sterben lässt, ist es ein Volk, das seine Srache verliert, und zwar nicht nur seinen Wortschatz, sondern auch gleichzeitig seine Lebensart, seine Art etwas zu machen und zu denken.”

Euronews-Reporterin Anne Glemarec: “Für uns sind die monegassischen Lektionen jetzt zu Ende. Wenn Sie Ballett, Oper und klassische Musik lieben, verpassen Sie nicht unsere nächste Folge von Monaco Life, bis bald, bei euronews.”