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Kaum Veränderung: Nationalisten dominieren bei Wahlen in Bosnien

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Kaum Veränderung: Nationalisten dominieren bei Wahlen in Bosnien

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Die Bosnier haben ihr Staatspräsidium und ihre Parlamente gewählt.

Dabei schnitten in jeder Bevölkerungsgruppe die Nationalisten stark ab.

Bosnien besteht aus einer Landeshälfte der Moslems und der Kroaten, die andere Hälfte ist serbisch geprägt.

Im Staatspräsidium sitzen drei Vertreter dieser Gruppen.

Für die bosnischen Moslems wird das nach der bisherigen Auszählung Bakir Izetbegović sein.

Er verspricht europäische und atlantische Integration, Kampf gegen Korruption und Verbrechen sowie einen Wiederaufbau von Wirtschaft und Beschäftigung.

Auf kroatischer Seite wird wohl Dragan Čović in das Staatspräsidium einziehen. Er will für die Kroaten in Bosnien mehr Eigenständigkeit.

Dritte in dem Gremium wird nach bisherigem Stand die bosnisch-serbische Politikerin Željka Cvijanović werden. Sie steht sogar für den Wunsch nach einer Auflösung Bosniens.

Gewählt wurde auch das Bundesparlament, dazu Parlamente und Präsidenten der beiden Landesteile.

Der umständliche Staatsaufbau ist das Ergebnis des Bürgerkriegs der neunziger Jahre, als sich Jugoslawien auflöste. Er trägt jetzt dazu bei, dass in Bosnien, einem der ärmsten Länder Europas, kaum noch etwas vorangeht.