Eilmeldung

Eilmeldung

Preiskampf im Opec-"Kartell" - Ölpreis stürzt weiter ab

Sie lesen gerade:

Preiskampf im Opec-"Kartell" - Ölpreis stürzt weiter ab

Schriftgrösse Aa Aa

Was soll denn noch passieren, damit sich der Ölpreis fängt? Krieg in zwei Ölförderländern, China, der weltweit zweitgrößte Ölverbraucher, hat im September 7,4 Prozent mehr Rohöl eingeführt als im Jahr zuvor. Doch zur Zeit kennt der Ölpreis nur eine Richtung: Nach unten.

Der Preis für die Nordsee-Sorte Brent gab rund 2 Prozent ab und liegt nun deutlich unter 90 Dollar (88,28 US-Dollar) je Barrel. Macht seit Mitte Juni (113 Dollar) mehr als ein Fünftel.

Die US-Sorte WTI verlor allein in der vergangenen Woche 4,4 Prozent und kostet nun weniger als 85 Dollar.

Was ist passiert? Fundamental hat der Fracking-Boom in den USA das Angebot massiv vergrößert, und die abflauende Konjunktur in Europa und zum Teil in Asien drückt die Nachfrage. Der US-Dollar, die Währung, in der der Ölpreis ausgewiesen wird, steigt. Seit Mitte Juni hat er etwa zum Euro rund 6 Prozent aufgewertet.

Ein OPEC-Treffen der Organisation am Wochenende hat tiefe Gegensätze offenbart, geringere Fördermengen sind nicht in Sicht. Das angebliche Kartell liefert sich einen Preiskampf.

Der Versuch Venezuelas, die Produktion zu senken, stieß nicht auf Gegenliebe. Nicht die Förderung wird gesenkt, sondern der Preis. Der kuwaitische Ölminister: „Ich glaube derzeit nicht an Produktionskürzungen der Opec-Länder.“

Vor allem der Alleingang von Saudi-Arabien hat wohl manchen überrascht. Das Land hatte zwar zu Beginn des Sommers die Produktion gesenkt. Doch als kein anderes Opec-Mitglied den Saudis folgte, begann das Land mit Preissenkungen, zunächst für Kunden in Asien. Auch Iran und Irak haben die Preise vor kurzem gesenkt.

Die Interessen der Opec-Mitglieder gehen weit auseinander. Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate benötigen nicht so hohe Preise wie Iran und Venezuela, um ihre Haushalte zu finanzieren.

Und wo ist das Ende der Fahnenstange? Bei 76 bis 77 Dollar, meint Kuwaits Ölminister. Hier lägen die durchschnittlichen Produktionskosten in den USA und Russland.

su mit Reuters