Eilmeldung

Eilmeldung

"Double Irish" - das Ende eines Steuerschlupflochs

Sie lesen gerade:

"Double Irish" - das Ende eines Steuerschlupflochs

Schriftgrösse Aa Aa

Die irische Regierung schließt langsam das umstrittene Steuerschlupfloch für Unternehmen. Es ist als “Double Irish” bekannt und wurde vor allem von US-Technologiekonzernen gerne genutzt.

Die Neuregelung soll ab Anfang 2015 gelten, sagte der irische Finanzminister Michael Noonan bei der Vorstellung des Haushalts für das kommende Jahr im Parlament – mit Übergangsfrist bis Ende 2020.

Finanzminister Michael Noonan:

“Ich schaffe die ‘Double Irish “ – Unternehmen ab. Die Melderegeln werden geändert – in Irland werden nur noch Unternehmen registriert, die auch steuerlich hier ansässig sind.”

Nach irischem Steuerrecht werden Kapitalgesellschaften bisher in Irland nur dann besteuert, wenn sie neben dem Handelsregistereintrag auch ihren Unternehmenssitz in Irland haben. Also wurden eben zwei irische Unternehmen gegründet – eines in einem Steuerparadies, das zweite, eine Tochtergesellschaft, verbucht in Irland alle anfallenden Gewinne.

Irland war 2010 unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft, hat ihn inzwischen aber wieder verlassen. Es gilt als Musterland unter den Krisenstaaten der Euro-Zone und rechnet 2014 mit 4,5 Prozent Wachstum. Das Haushaltsdefizit wird mit voraussichtlich 3,4 Prozent deutlich unter den budgetierten 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. 2015 soll es dann auf 2,7 Prozent sinken und damit unter den nach EU-Fiskalregeln geltenden Schwellenwert von 3 Prozent.

Kleiner Wermutstropfen: Wasser, bisher für Haushalte gratis, soll künftig etwas kosten.

su mit dpa