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Verletzte bei Ausschreitungen in Kiew

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Verletzte bei Ausschreitungen in Kiew

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Vor dem Parlamentsgebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist es zu schweren Ausschreitungen zwischen Nationalisten und der Polizei gekommen. Dabei wurden mindestens 50 Menschen festgenommen. Das Innenministerium berichtete von mehr als 20 Verletzten.

Die Nationalisten forderten die Gleichsetzung der Veteranen der nationalistischen Ukrainischen Aufstandsarmee mit Soldaten der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg.

Der euronews-Korrespondent sagte vor dem Parlament in Kiew:

“Die Demonstranten hier im Bereich der Verkhovna Rada wollen Druck auf die Parlamentsmitglieder ausüben. Die Veteranen der Aufstandsarmee sollen ihrer Meinung nach den offiziellen Status von Nationalhelden erhalten. Gegen sie setzen die Sicherheitskräfte jetzt Tränengas und Schlagstöcke ein, um sie auf Distanz zu halten.”

Die Oberste Rada nahm das Gesetz zur Gleichsetzung der Veteranen wegen mangelnder Stimmen nicht auf die
Tagesordnung. Das empörte viele Demonstranten, unter ihnen auch Veteranen wie Dmytro Polonsky:

“Wir hätten die Ukrainische Aufstandsarmee vor 20 Jahren anerkennen sollen. Damals waren wir noch Zwölftausend. Jetzt sind noch ein paar hundert übrig. Wir sind längst durch die Geschichte rehabilitiert.”

Eine junge Ukrainerin sagte:

“Leute wie unser neuer Verteidigungsminister Stepan Poltorak sind anerkannt als Helden der Ukraine. Andere, in Vergessenheit geratene Ukrainer haben das auch verdient. Wenn die Regierung das nicht erkennt, wird das erhebliche Meinungsverschiedenheiten mit dem Volk verursachen.”

Die Proteste von mutmaßlich nationalistischen Gruppen in Kiew zogen sich bis in die Abendstunden hinein.

Bei erneuten Kämpfen in der Ostukraine wurden unterdessen nach Angaben aus Kiew innerhalb von 24 Stunden sieben Soldaten getötet. Der Stadtrat der Separatistenhochburg Donezk berichtete von andauerndem Beschuss.