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Flüchtlinge in der Türkei: "Wenn Kobani gerettet wird, gehen wir mit den Kindern zurück"

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Flüchtlinge in der Türkei: "Wenn Kobani gerettet wird, gehen wir mit den Kindern zurück"

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Die Offensive der IS-Miliz in der Region um die nordsyrische Stadt Kobani hat rund zweihunderttausend Kurden aus der Region in die Flucht getrieben.

Die meisten von ihnen suchten Schutz in der angrenzenden Türkei. Dort leben zehntausende Kurden in provisorischen Flüchtlingslagern oder bei Verwandten.

Andere nutzen Bauruinen.

“In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kriegsgebiet versuchen die Menschen, sich ein neues Leben aus dem Nichts aufzubauen”, sagt der euronews-Korrespondent vor Ort. “Viele syrische Familien suchen Zuflucht in Ruinen von zum Teil verlassenen Dörfern in der türkisch-syrischen Grenzregion.”

Die Familie von Hüseyin el Mustafa lebte bis vor kurzem in einem Dorf unweit von Kobani. Dann gelang den Eltern mit acht ihrer neun Kinder die Flucht in das türkische Dorf Musa Anter.

Hüseyin el Mustafa:

“Wir stammen aus Kobani. Als wir vom Vormarsch der IS-Miliz hörten, haben wir uns auf den Weg hierher gemacht. Wenn Kobani gerettet wird, lassen wir alles stehen und liegen und gehen mit den Kindern zurück.”

Für den provisorischen Neuanfang stehen zunächst nur vier Wände ohne Dach zur Verfügung. Dorfbewohner gaben der Familie grünes Licht für den Wiederaufbau. Zwei Söhne versuchen sich als Dachdecker:

Ein weiteres Familienmitglied liegt mit schweren Verletzungen in einem türkischen Krankenhaus.

Ein Sohn von Hüseyin el Mustafa verzichtete auf den Weg in einen ungewissen Neuanfang. Er blieb auf der anderen Seite der Grenze in Kobani, um die Stadt gegen die IS-Miliz zu verteidigen.