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Inflation geht die Puste aus

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Inflation geht die Puste aus

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Der Machtkampf auf dem Ölmarkt drückt die Inflation (von lateinisch „Sich-Aufblasen“) im Euroraum weiter nach unten. Die jährliche Inflationsrate betrug im September 0,3 Prozent, das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im August, so die europäische Statistikbehörde Eurostat. Die Teuerungsrate bleibt damit auf dem niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Die Energiekosten sanken im September um 2,3 Prozent, Nahrungsmittel verteuerten sich um 0,3 Prozent.

In Griechenland, Spanien, Italien, Slowenien und der Slowakei gehen die Preise sogar zurück. Deutschland kam laut den EU-Statistikern auf einen im Vormonatsvergleich stabilen Wert von 0,8 Prozent.

ING-Ökonom Martin van Vliet rechnet damit, dass der “geringe Sicherheitsabstand” zu einer Deflation die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang bringt: “Der Druck, auch Staatsanleihen in großem Stil aufzukaufen, könnte in den nächsten Monaten übermächtig werden.” Ein solches Programm gilt als letztes Mittel, einen Preisverfall abzuwehren. Es ist aber umstritten. Kritiker sehen die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt. Sie befürchten, dass die Reformbereitschaft von Staaten erlahmen könnte, wenn die EZB massenweise Schuldtitel aufkauft.

su mit dpa, Reuters