Eilmeldung

Eilmeldung

Serbien hin- und hergerissen zwischen Russland und dem Westen

Sie lesen gerade:

Serbien hin- und hergerissen zwischen Russland und dem Westen

Schriftgrösse Aa Aa

Im vergangenen Jahr hat im serbischen Novi Sad ein Putin-Cafe eröffnet. Hier treffen sich Studenten und russophile Serben. Viele Serben fühlen sich dem großen slawischen Brudervolk näher als Europa. Und Russland verhindert mit seinem Veto die Aufnahme des Kosovo in die Vereinten Nationen. Wladimir Putin steht bei ihnen hoch im Kurs, sagt Milovan Zugic.

“Zwei Drittel aller Serben bewundern Putin. Ein Drittel aller Russen, so wie bei uns auch, hasst ihn, weil der Westen Putin nicht kaufen kann. Die können alles mit ihrem Geld kaufen, aber nicht unsere Herzen”, sagt Stammgast Zgic.

Politische Beobachter wie Jelena Milic vom Zentrum für Euro-Atlantische Studien sehen die Putin-Visite mit Skepsis:

“Ich halte den Besuch für eine Provokation. Es macht keinen Sinn, die Befreiung Belgrads am 16. Oktober zu feiern, der Jahrestag ist der 20. Oktober. Putin macht hier nur eine Zwischenlandung”, meint die Zentrumsdirektorin Milic.

Serbien ist hin- und hergerissen zwischen dem alten Verbündeten Russland und dem neuen Europa. Wie schon Titos Jugoslawien versucht Serbien den Spagat zwischen beiden Polen.