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Kobanis Nachbarstadt platzt aus allen Nähten

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Kobanis Nachbarstadt platzt aus allen Nähten

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Die kleine Stadt Suruç in der Türkei ist auf der sicheren Seite: Nur zehn Kilometer südlich, hinter der Grenze, toben regelmäßig die Kämpfe um Kobani. Unberührt bleibt Suruç davon aber nicht.

Seit IS-Milizen vor rund einem Monat begannen, die Region um Kobani einzukreisen, sind zehntausende Flüchtlinge nach Suruç gekommen. Die Zahl der Menschen unter den Dächern der 60.000-Einwohner-Stadt soll sich inzwischen fast verdreifacht haben.

Die türkisch-kurdischen Bewohner haben Moscheen, Lagerhäuser und oft ihre Wohnungen für Flüchtlinge geöffnet – aus Solidarität mit den Nachbarn, die aber zunehmend an die Substanz geht.

Für Ladenbetreiber Ibrahim Güven eine doppelte Herausforderung: “Für uns ist das schlecht. Die Leute glauben, dass hundertausend Menschen gut für den Umsatz sein müssten. Im Gegenteil, wir verkaufen fast nichts mehr. Die Leute in den Moscheen und Häusern leben ja im Elend.”

Insgesamt befinden sich in der Türkei inzwischen rund 1,6 Millionen syrische Flüchtlinge. Die Nothilfen der Regierung sind da oft ein Tropfen auf den heißen Stein.

euronews-Reporter Bora Bayraktar: “Diese kleine Stadt unweit von Kobani durchlebt außergewöhnliche Zeiten. Die Bewohner hoffen auf eine Rückkehr zur Normalität. Im Moment sieht es aber so aus, als müssten sie darauf noch einige Zeit warten.”