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Gigantische Explosion bei Chemiefabrik erschüttert Donezk

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Gigantische Explosion bei Chemiefabrik erschüttert Donezk

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Eine gigantische Explosion bei einer Chemiefrabrik hat die ostukrainische Stadt Donezk erschüttert. Auf einem von Vertretern der selbstausgerufenen Volksrepublik Donezk veröffentlichten Video ist zu sehen, wie die Druckwelle den sechs Kilometer entfernt liegenden Ort einer Pressekonferenz erschüttert.

Die Rebellen sprechen von Raketenbeschuss durch die ukrainischen Truppen. Ein Sprecher der Truppen gab jedoch an, die Armee habe nichts mit der Explosion zu tun gehabt.

In der von Separatisten kontrollierten Anlage sollen verschiedenen Angaben zufolge entweder Gummiprodukte oder Explosivstoffe hergestellt worden sein. Eine Gefahr durch freigesetzte Chemikalien bestehe nicht, so die Separatisten.

Der Waffenstillstand ist trügerisch, viele Bewohner von Donezk lange geflüchtet. Wohnungslose, die nicht fort können, warten oft in Kellern auf den Winter.

“Wenn der Krieg nicht aufhört, dann müssen wir weg”, erzählt ein Mann in einem der Keller. “Aber wir können nirgends hin, wir haben kein Geld, keine Arbeit. Die Rentner und Pensionäre bekommen ihr Geld nicht. Unsere Wohnung ist zerstört, wir haben keine Fenster oder Türen und auf dem Gebäude fehlt das Dach, es ist ist abgebrannt.

Glücklicher schätzen dürfen sich die Soldaten einer Einheit, die in der Westukraine inzwischen Heldenstatus genießt, weil sie seit Monaten den eingekreisten Flughafen von Donezk hält. Sie bekamen eine Woche Fronturlaub und einen Heldenempfang in ihrer südkrainischen Heimatstadt Mykolaew.

“Die Ukraine wird weiter existieren, egal was passiert, egal was für Politiker kommen”, so ein Offizier der Einheit zu der Menge. “Eure Unterstützung bleibt nicht unbemerkt, wir können sie spüren. Vielen Dank dafür!”

Nach UN-Schätzungen sind bei den Kämpfen in der Ostukraine inzwischen 4000 Menschen ums Leben gekommen, 300 allein seit Beginn des offiziellen Waffenstillstandes Anfang September.