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Israelische Siedler besetzen erneut zwei Häuser in Ost-Jerusalem

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Israelische Siedler besetzen erneut zwei Häuser in Ost-Jerusalem

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Israelische Siedler haben erneut zwei Häuser in Ost-Jerusalem besetzt. Augenzeugen berichteten, die Siedler seien in der Nacht zum Montag in Begleitung von israelischen Sicherheitskräften in neun Wohnungen eingezogen. Im umstrittenen Stadtteil Silwan leben rund 500 Siedler unter 50.000 Palästinensern.

Nach Auffassung der palästinensischen Seite will Israel so seinen Anspruch auf Ost-Jeruslaem zementieren und Fakten schaffen.

Nabil Schaath, ein Berater von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, sagte, es handle sich um Kolonialisierung durch Siedler. Wenn ein Israeli erst einmal Gebiet im Westjordanland gekauft habe, werde es zu einer militärischen Zone, die von der israelischen Regierung geschützt werde. Das Territorium würde damit Gegenstand der Verhandlungen über einen palästinensischen Staat.

Die jüdisch-religiöse Bewegung Ateret Kohanim hat sich zum Ziel gesetzt, Ost-Jerusalem zu besiedeln. Es war 1967 während der Sechstagekrieges von Israel erobert worden.

Daniel Lurie von Ateret Kohanim meint, das jüdische Volk sorge sich darum, dass man im Staat Israel lebe, in einer geeinten Hauptstadt, in der Juden und Araber zusammen lebten. Juden hätten das Recht überall zu leben, in jedem Viertel – und besonders in einem alten jüdischen Viertel.

Die Davidsstadt liegt auf einem schmalen Höhenrücken südlich des Jerusalemer Tempelberges und ist der älteste besiedelte Teil der Stadt.

Ultraorthodoxe Juden bezahlen häufig ein Vermögen an arabische Mittelsmänner, um dort Immobilien zu erwerben. Auch die jetzt besetzten Häuser waren offenbar zuvor gekauft worden.