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Kobani: Ankara innen- und außenpolitisch unter Druck

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Kobani: Ankara innen- und außenpolitisch unter Druck

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Die Schlacht um Kobani ist nicht nur bedeutsam für den Kampf gegen die IS-Dschihadisten – sondern auch für die Türkei. Wenn die belagerte Stadt der syrischen Kurden fällt, wird Ankara mit den politischen Folgen zu kämpfen haben. Unter großem Druck von innen und außen hat die Türkei ihre Strategie bereits leicht angepasst. Wegen Ankaras Blockadehaltung hatten sich einige Kurden in der Türkei im Vorfeld Ausschreitungen mit Sicherheitskräften geliefert. Vorausgegangen war die Weigerung der türkischen Regierung, den syrischen Kurden militärisch oder logistisch zu helfen und türkische Kurden zur Unterstützung nach Syrien ausreisen zu lassen.

Am Sonntag wiederholte der türkische Präsident seine Weigerung, die Kämpfer der kurdischen Partei in Syrien zu unterstützen. Recep Tayyip Erdogan sagte, “die PYD ist für uns genau das gleiche wie die PKK – nämlich eine Terrororganisation. Es wäre falsch, würden unsere NATO-Verbündeten und Freunde – die USA, von uns grünes Licht für solch eine Unterstützung erwarten: eine Waffenlieferung an eine Terrororganisation. Wir können dazu kein Einverständnis geben.”

Der bewaffnete Zweig der Partei sind die Volksverteidigungseinheiten YPG. Seit 2012 regiert die PYD in drei syrisch kurdischen Gemeinden. Sie gilt als Vwerbündeter der PKK, mit der Ankara seit 30 Jahren in einem bewaffneten Konflikt steht, in dem bisher an die 40.000 Menschen starben.

Doch mit ihrer Blockadehaltung hat sich die türkische Regierung bei den NATO-Verbündeten viele Gegner gemacht. Es ist als eine Geste zu verstehen, dass Ankara den irakisch-kurdischen Peschmerga-Kämpfern den Weg frei macht, um die Dschihadisten zu bekämpfen. Aber ein Zusammenschluss türkischer und syrischer Kurden steht für Ankara außerhalb jeder Disskussion. Wenn US-Waffen und irakische Rückendeckung ausreichen, um Kobani zu retten, kann Ankara aufatmen. Wenn nicht, drohen neue Ausschreitungen mit den Kurden in der Türkei.