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Konfliktparteien widersprechen BND-Bericht zum MH17-Abschuss

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Konfliktparteien widersprechen BND-Bericht zum MH17-Abschuss

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Ein Bericht des Magazins Der Spiegel, wonach der deutsche Bundesnachrichtendienst die prorussischen Separatisten für den Abschuss von Flug MH17 im Juli verantwortlich macht, hat Widerspruch in allen Lagern des Konfliktes ausgelöst.

Der BND hatte vor dem Kontrollgremium des deutschen Bundestages jüngst zusammenfassend berichtet, dass die Separatisten eine erbeutete BUK-Rakete aus ukrainischen Beständen abgefeuert hätten. Bei den anschließenden Schuldzuweisungen hätten dann sowohl die Ukraine wie auch Russland bewusst gelogen oder gefälschte Beweise vorgelegt.

Der russische Militärexperte Igor Korotschenko bezeichnete die BND-Einschätzung als politisch motiviert: “Die Veröffentlichung der deutschen Geheimdiensteinschätzung beweist, dass die westlichen Geheimdienste keine Zweifel daran haben, wer hinter diesem Verbrechen steht. Aus politischen Gründen können sie diese Version jedoch nicht eingestehen.”

Auch die Ukraine widersprach dem BND-Bericht: Den Separatisten seien am fraglichen Stützpunkt bei Donezk nur unnutzbare Fahrzeuge aber keine ukrainischen BUK-Systeme in die Hände gefallen.

Die Separatisten selbst hatten Mitte des Jahres angegeben, ein BUK-System erbeutet zu haben. Nach dem Abschuss der MH17 hieß es aber, das System sei nicht einsatzbereit.

Andrei Purgin, ein Anführer der Separatisten, sagte auf die BND-Einschätzung hin nun erneut, die Rebellen-Milizen verfügten gar nicht über das nötige Knowhow, um ein BUK-System zu bedienen.