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Unterwasserarchäologie mit dem "tragbaren U-Boot"

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Unterwasserarchäologie mit dem "tragbaren U-Boot"

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“Back to Antikythera” ist ein griechisch-amerikanisches Forschungsprojekt, das sich mit der Erkundung des Schiffswracks befasst, das randvoll mit Kunstschätzen gefüllt seit über 2000 Jahren vor der Ägäis-Insel Andikythira ruht. Das Wrack zählt zu den bedeutendsten Funden aus der Antike und wurde 1900 von griechischen Schwammtauchern entdeckt.

Um die kostbare Ladung zu bergen kommt nun spezielle Tauchausrüstung zum Einsatz, die an Astronautenanzüge erinnert, der sogenannte Exosuit, eine Art U-Boot zum Anziehen. Der Anzug aus gehärtetem Aluminium ermöglicht einen vierstündigen Tauchgang in über 300 Metern Tiefe. Gut 240 Kilogramm wiegt der Koloss, besitzt zahlreiche Gelenke und ist dank 1,6 PS starker Düsen voll manövrierfähig.

Theotokis Theodoulou, Archäologe: “Auch wenn der Exosuit wie ein hoch komplizierter Weltraumanzug anmutet, ist er in Wirklichkeit einfach zu handhaben. Es ist kein Taucheranzug, sondern ein U-Boot, das man anziehen kann.”

Zu den wohl wichtigsten, bereits gehobenen Schätzen des Schiffswracks gehört der sogenannte Mechanismus von Antikythera, ein Zahnrad-Rechner, mit dem in der Antike Kalenderdaten, Mondphasen, und Sonnenfinsternisse kalkuliert wurden. Bewundern kann man den Fund ebenso wie den Jüngling von Antikythera, eine lebensgroße Bronzefigur, im Archäologischen Nationalmuseum in Athen.

Apostolos Staikos, euronews: “Der Mechanismus von Antikythera gilt als Vorfahre der modernen Computertechnologie und ist der bislang bedeutendste Fund. Doch unter Wasser ruhen noch viele andere Schätze, die die Archäologen durch Ausgrabungen freilegen wollen. Nicht ohne Grund gilt das griechische Meer als das größte, noch unbekannte Museum Europas.”