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"Er wird uns fehlen" - mit Total-Chef de Margerie stirbt ein großer Russlandfreund

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"Er wird uns fehlen" - mit Total-Chef de Margerie stirbt ein großer Russlandfreund

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“Er wird uns fehlen”, war die Reaktion des russischen Ministerpräsidenten Dimitri Medwedew auf den Tod des Total-Chefs Christophe de Margerie. Tatsächlich war Russland in der langen Karriere des 63-jährigen Franzosen besonders wichtig. Unter seiner Führung hatte der Mineralölkonzern Projekte in Sibirien oder auf der Jamal-Halbinsel angestoßen. Zuletzt brachte de Margerie mit dem russischen Konzern Lukoil ein gemeinsames Projekt in Sibirien voran.

In der Ukraine-Krise hatte er die Sanktionen gegen Moskau als “Irrweg” bezeichnet und sich für einen Dialog ausgesprochen. Die EU müsse ihre Energieversorgung über Russland sichern, anstatt zu versuchen, unabhängiger von Moskau zu werden, so de Margerie im Sommer in einer Mitteilung für die russisch-französische Industrie- und Handelskammer (CCI France Russie). Der Freund des französischen Präsidenten François Hollande soll noch kurz vor seinem Tod über Investitionen in Russland verhandelt haben, das berichteten Moskauer Medien.

Dazu Emmanuel Quidet, Präsident der CCI France Russie: “Ihm hat wirklich viel daran gelegen, dass alle Dialoge zwischen den Franzosen, den Russen und der internationalen Gemeinschaft weiter geführt werden. Dafür hat er permanent gekämpft. Das hat er der französischen Regierung, der EU-Spitze und den Amerikanern gesagt. Das war wirklich sehr wichtig für ihn.” De Margerie war Co-Präsident der Kammer.

Total wollte seine Geschäftsbeziehungen mit Russland weiter ausbauen, wie die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtet. “Wir haben einen echten Freund unseres Landes verloren”, schrieb Kremlchef Wladimir Putin in einem Beileidsschreiben an Hollande.

De Margerie arbeitete seit 1974 für den Konzern, aus dem später Total wurde. Seit 2007 war er Firmenchef. Der Manager, wegen seines großen Schnauzbarts auch “Big Moustache” genannt, war Vater von drei erwachsenen Kindern und gehörte zu den Nachkommen der mit Champagner und Luxushotels groß gewordenen Taittinger-Dynastie.