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"Keine Panik!": Das Rezept gegen Börsenchaos

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"Keine Panik!": Das Rezept gegen Börsenchaos

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Weltweit mussten die Aktienmärkte jüngst heftige Einbußen hinnehmen. Die Angst vor Ebola bremst das Wirtschaftswachstum aus, Spekulationen über eine baldige Anhebung der Leitzinsen bleiben auch nicht folgenlos.

Die Sorgen wachsen, dass Aktien noch tiefer in den Keller rasen könnten, auch die Märkte im Nahen und Mittleren Osten sind verwundbar.

Obwohl es in den vergangenen Tagen leichte Anzeichen einer Erholung gab, bleiben erhebliche Verluste, wenn man die Entwicklung seit Januar betrachtet. In Europa verloren der Deutsche Aktienindex sowie der französische Leitindex am meisten.

Einige Analysten meinen, der Absturz der Märkte sei eine ansteckende Krankheit und habe sich auf die Börsen im Nahen und Mittleren Osten ausgebreitet.

In der vergangenen Woche mussten auch Märkte in der Golfregion Einbußen hinnehmen, doch insgesamt ist die bisherige Bilanz seit Januar hier positiv:

In Dubai gab es seit Jahresbeginn ein Plus von mehr als 30, in Ägypten von mehr als 25 Prozent.

Viele Anleger setzen angesichts der Unsicherheiten lieber auf vermeintlich stabile Investitionsmöglichkeiten wie Staatsanleihen wirtschaftlich starker Länder und auf Gold.

Für weitere Erklärungen hat euronews-Reporterin Daleen Hassan mit Nour Eldeen Al-Hammoury gesprochen. Er ist Chefmarktstratege bei ADS Securities Abu Dhabi.

euronews:
Ist die Talfahrt der Märkte ein kurz- oder langfristiges Phänomen?

Nour Eldeen Al-Hammoury:
Der jüngste Rückgang scheint gesund zu sein. Mehr als vier Jahre lang gab es Zuwächse ohne nennenswerte Korrektur nach unten. Dennoch ist dieser Rückgang wohl eher kurzlebig, weil die Zentralbanken ihre Anpassungsmaßnahmen fortsetzen. So lange diese Politik betrieben wird, wird das Kapital weltweit Zugewinne verzeichnen.

euronews:
Was muss getan werden, um die Schwankungen zu unterbinden?

Nour Eldeen Al-Hammoury:
Nicht in Panik verfallen. Ein Großteil des Rückgangs ist auf Panikverkäufe zurückzuführen. Wir haben festgestellt, dass unsere Kunden in Asien, Europa und hier im Nahen und Mittleren Osten daran interessiert sind, diesen Rückgang gewissermaßen aufzukaufen. Auch dank einiger Mitglieder der Notenbank, die Hinweise gegeben haben, dass es mehr billiges Geld geben wird, wenn nötig.

euronews:
Warum waren die Märkte im Nahen und Mittleren Osten in diesem Jahr trotz der geopolitischen Spannungen so stark?

Nour Eldeen Al-Hammoury:
Die Märkte im Nahen und Mittleren Osten sind sehr attraktiv, weil die Region die möglicherweise sicherste und stabilste weltweit sein könnte. Die Märkte haben von den Ereignissen profitiert – vor allem von der Flaute in Europa. Und ausländischen Anlegern wurde die Tür geöffnet. Trotz der Unruhe weltweit stellen wir fest, dass zumindest hier in Abu Dhabi und den Vereinigten Arabischen Emiraten viele ausländische Investoren aktiv werden. Letztlich suchen Händler und Investoren nach Sicherheit, Stabilität, nach guten Preisen und guter Technologie.