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Philippe Starck: Meisterdesigner und Querkopf

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Philippe Starck: Meisterdesigner und Querkopf

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Philippe Starck ist ein echtes Multitalent und einer der bekanntesten Vertreter des “Neuen Designs”. Raumschiffe, Saftpressen, Zahnbürsten, Fertighäuser: Der Franzose gestaltet alles, was ihm in die Finger kommt.

Seine Werke sind weltbekannt, doch den Mann hinter dem Design kennt man kaum. Bei “The Global Conversation” gibt Starck einen Einblick in seine Denke und erläutert den Zusammenhang zwischen seinem Wirken und Geisteskrankheit. Und er sagt, warum sich seine Vorliebe für Plastik nicht mit dem Umweltschutz beißt: “Die große Verschmutzung kaufen wir”, sagt Starck. Wirklich umweltbewusstes Handeln und Leben beginnt seiner Meinung nach mit der Frage “Brauche ich das wirklich?”

  • Philippe Starck wurde 1949 in Paris geboren
  • Seine Karriere als Designer begann in den 1980er Jahren
  • Starcks Schaffen ist vielfältig: Er hat Zahnbürsten gestaltet, aber auch Hotels und die Inneneinrichtung des Raumschiffs von Virgin Galactic
  • Der Louis-Ghost-Stuhl, den Starck entworfen hat, ist der meistverkaufte Designerstuhl der Welt
  • Philippe Starcks Arbeiten sind in europäischen und amerikanischen Museen ausgestellt

Starck macht sich in der Öffentlichkeit rar. In der Klatschpresse kommt der Franzose nicht vor. “Meine Frau und ich leben wie Mönche”, behauptet er. Dennoch (oder gerade deshalb) ist er für seine Fans eine Ikone. “Es gibt Leute, die denken, ich sei Gott. Das ist natürlich lächerlich”, erzählt Starck. Sicher ist: Der Designer polarisiert – und wo Zuneigung ist, da gibt es auch das Gegenteil: Es gebe Leute, die bereit seien ihn zu töten, sagt Starck. Über die Gründe könne er höchstens spekulieren, “denn man kann nicht sagen, dass ich ihnen etwas Schlechtes getan hätte”.

Wie wird man ein weltberühmter Designer? Starcks Weg zumindest begann mit einer verkorksten Schullaufbahn. Er habe nicht lernen können und keine Prüfung bestanden, sagt er. Im Unterricht habe er viel lieber gezeichnet, damit den Zorn der Lehrer auf sich gezogen, aber zugleich auch Positives für sich bewirkt. Aus dem Kunsttalent wurde ein Meisterdesigner: “Irgendwann sagte einer: Der kleine Franzose, der scheint etwas drauf zu haben”, blickt Starck zurück.

Und dann wäre da noch die Jacht, die er für und mit Steve Jobs gestaltete. “Nie wieder” werde es ein derartiges Projekt geben, sagt Starck über die Zusammenarbeit mit dem 2011 verstorbenen Unternehmer. Doch aus wessen Feder stammen denn nun die Pläne für das 80 Meter lange Boot? “Ich habe die Jacht entworfen”, meint Starck, Jobs behauptete das Gegenteil. “Er sagte später, er habe das getan, aber das ist die berühmte Verzerrung der Wirklichkeit”, meint Starck. “Steve war der Gott des Anspruches, der Unerbittlichkeit, der Besserwisserei.” Und er selbst? “Ich bin der Kaiser”, so der Franzose.