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Pistorius: Absturz eines Ausnahmesportlers

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Pistorius: Absturz eines Ausnahmesportlers

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Aus seiner Behinderung hat er eine Stärke gemacht. Pistorius hatte alles, um glücklich zu sein. Mit 25 Jahren ist er der erste Leichtathlet mit Beinprothesen, der sich für die Olympischen Spiele qualifiziert. Man nennt ihn Blade Runner, in Südafrika ist er ein Held. 2012 zählt das US-Time-Magazin ihn zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt.Seine Freundin ist Reeva Steenkamp, ein 29-jähriges südafrikanisches Fotomodell.

Doch am 14. Februar 2013 ändert sich alles in Pistorius’ Leben: Er erschießt seine Freundin. Am Valentinstag wird die junge Frau tot im Haus des Sportstars in Pretoria aufgefunden; vier Kugeln von 9mm Durchmesser finden sich in ihrem Körper. Pistorius kommt in Untersuchungshaft, am nächsten Tag wird gegen ihn Anklage wegen vorsätzlichen Mordes erhoben. Was passierte wirklich in der Tatnacht? Warum schoss Pistorius durch die geschlossene Badezimmertür?

Er wird nicht müde, seine Unschuld zu beteuern: Er habe im Bett geschlafen, die Beinprothesen abgeschnallt. Dann habe er seine Freundin im Badezimmer für einen Einbrecher gehalten. Alles sei ein Missverständnis. Er erklärt vor Gericht, “ich hörte ein Geräusch, es kam aus dem Badezimmer. Ich dachte, dass dort jeden Moment jemand herauskommt. Bevor ich mehr wusste, habe ich vier Schüsse abgefeuert. Dann kam mir zum ersten Mal der Verdacht, dass Reeva im Badezimmer sein könnte. Ich war völlig verwirrt und schrie die ganze Zeit. Ich betete und rief nach Reeva. Ich sah den Schlüssel, nahm ihn und öffnete die Tür. Ich stieß sie auf, setzte mich, beugte mich über Reeva und weinte. Ich weiß gar nicht, wie lange ich so da saß.” Bei seiner Aussage bricht Pistorius zusammen.

Die Anklage präsentiert den Paralympics-Star als Waffennarr, der auf Wassermelonen schießt. Damit versucht sie zu beweisen, Pistorius habe Steenkamp bewusst nach einem Streit erschossen.

Am 12. September fällt das Urteil: Pistorius wird nicht des vorsätzlichen Mordes, sondern wegen fahrlässiger Tötung für schuldig gesprochen.