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US-Renten für mutmaßliche KZ-Wärter

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US-Renten für mutmaßliche KZ-Wärter

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Jakob Denzinger ist 90. Der Kroate soll Wachmann im KZ Auschwitz gewesen sein. Seinen Lebensabend verbringt er in Osijek. Denzinger ist einer von vier bekannten mutmaßlichen Kriegsverbrechern, die eine staatliche US-Rente beziehen, von bis zu 1.500 US-Dollar monatlich ist die Rede. Als 1989 seine mutmaßliche Verstrickung in den Holocaust ruchbar wurde, kehrte er aus den USA nach Deutschland zurück. Später zog er in seine kroatische Heimat.

Nach dem Krieg war er in die USA eingewandert. Auf seinem Einbürgerungsantrag machte er keine Angaben zu einer SS-Mitgliedschaft. In Akron im Bundesstaat Ohio baute er eine Plastikfabrik auf. Als er 1989 freiwillig die USA verließ, garantierte ihm das Justizministerium, dass ihm seine erworbenen Sozialleistungen weitergezahlt werden. Auch in den anderen Fällen verfuhr das Justizministerium so.

Das stört die demokratische Abgeordnet Carolyn Maloney. “Dieses Schlupfloch muss gestopft werden. Ich werde hart daran arbeiten, es zu stopfen, jetzt und in Zukunft”, sagt die demokratische Abgeordnete für den Bundesstaat New York.

Das Justizministerium hat mehrfach mutmaßliche Kriegsverbrecher ermuntert mit US-Pässen nach Deutschland oder Österreich auszureisen und dort die US-Staatsbürgerschaft aufzugeben. Dafür blieben Ansprüche auf Sozialleistungen erhalten. Mit seinem Vorgehen umging das Ministerium langwierige Gerichtsverfahren, wurde mutmaßliche Kriegsverbrecher aber los.