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EZB dementiert "mindestens elf" Versager beim Banken-Stresstest

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EZB dementiert "mindestens elf" Versager beim Banken-Stresstest

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Berichte zurückgewiesen, wonach fast ein Dutzend Geldinstitute beim Banken-Stresstest der EZB und der Bankenaufsicht EBA durchgefallen sind. “Alles zu diesem Zeitpunkt ist Spekulation”, so der Kommentar. “Die Ergebnisse gibt es an diesem Sonntag.”

Die spanische Nachrichtenagentur Efe hatte gemeldet, wenigstens elf der 130 geprüften Geldinstitute hätten den Test nicht bestanden: drei griechische, drei italienische, zwei aus Österreich und eines aus Zypern. Deutsche Banken seien nicht darunter, hieß es unter Berufung auf Finanzkreise – und deren vorläufige Informationen.

Die EZB hat in den vergangenen Monaten die wichtigsten Geldinstitute im Euroraum auf Herz und Nieren geprüft. Dabei schaute sie sich zunächst direkt die Bilanzen der Banken an und schickte sie anschließend durch einen Stresstest mit einem simulierten Wirtschaftseinbruch samt Verfall von Immobilienpreisen. Im Kern geht es um die Frage: Verfügen die Institute über genügend eigenes Kapital, um im Fall einer neuen
Krise nicht in die Knie zu gehen.

Viele Banken haben schon vor dem Ergebnis der Tests reagiert. So beschafften sich etwa die Deutsche Bank und die italienischen Monte dei Paschi frische Milliarden über Kapitalerhöhungen. Andere Geldhäuser schrieben Altlasten in ihren
Bilanzen radikal ab. Die portugiesische Banco Espírito Santo (BES) wurde bereits im Sommer aufgespalten. Die österreichische ÖVAG wird im kommenden Jahr als Spitzeninstitut des österreichischen Volksbankensektors abgewickelt.

Hintergrund der Prüfungen ist der Start der Bankenaufsicht bei der EZB als Teil der neuen Bankenunion. Die Notenbank in Frankfurt
übernimmt am 4. November die zentrale Kontrolle über die 120 wichtigsten Banken in der Währungsunion.

su mit dpa