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Jazenjuk zum Gasstreit: "Putin will die Ukraine einfrieren"

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Jazenjuk zum Gasstreit: "Putin will die Ukraine einfrieren"

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Der russisch-ukrainische Gasstreit ist vorerst vertagt. Bei den Verhandlungen am Mittwoch in Brüssel war man zu keiner Einigung gekommen. In der kommenden Woche sollen die Verhandlungen weitergeführt werden. Russland liefert seit Juni kein Gas an die Ukraine, da eine Rechnung von 1,14 Milliarden Dollar für bereits erfolgte Lieferungen offen steht.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk besuchte am Mittwoch ukrainische Truppen bei Militärübungen. Dabei äußerte er sich zu dem Gasstreit: “Ich will mich hier klar ausdrücken. Ich denke, dass der russische Präsident Wladimir Putin zu keiner Einigung kommen will. Er will die Ukraine einfrieren. Wir müssen uns auf das Schlimmste gefasst machen. Momentan haben wir noch 17 Milliarden Kubikmeter Gas. Wenn die EU uns zusätzlich Gas umleitet, wie es bisher für 60 Prozent unserer Versorgung der Fall ist, dann können wir den Winter überleben”.

Für Aufregung sorgte derweil ein Bericht der Menschenrechtorganisation Human Rights Watch (HRW). Darin wird dem ukrainischen Militär vorgeworfen, Streubomben bei ihren Gefechten um die Separatistenstadt Donezk einzusetzen. Diese Vorwürfe wies das Militär zurück. Der Einsatz von Streubomben ist international geächtet, da sie sich vor dem Aufprall in viele kleinere Sprengsätze zerteilen und so ganze Landstriche verminen.

In dem von prorussischen Separatisten kontrollierten Dorf Spartak in der Nähe der Stadt Donezk gibt es weder Elektrizität noch Wasser. Die Keller dienen trotz offiziellem Waffenstillstand als Schutzraum vor Bombenangriffen. Eine Dorfbewohnerin berichtet von den Kämpfen: “Jede Nacht gibt es Bombardierungen, rund um die Uhr. Gestern hat der Boden gebebt, so schlimm haben sie geschossen. Aber wir können die Menschen hier nicht zurücklassen. Von 5.000 Einwohnern unseres Dorfes sind nur noch ungefähr 400 hier”.

Am 26. Oktober wird in der Ukraine ein neues Parlament gewählt. Per Dekret hatte Präsident Petro Poroschenko die “Werchowna Rada” am 25. August auf gelöst, um den Weg für Neuwahlen freizumachen.