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Legendärer Watergate-Enthüller und US-Journalist Bradlee tot

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Legendärer Watergate-Enthüller und US-Journalist Bradlee tot

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Benjamin Bradlee habe die “Washington Post” zu einer der besten Zeitungen der Welt gemacht, so US-Präsident Barack Obama bei der Auszeichnung Bradlees 2013 mit der Freiheitsmedaille, der höchsten zivilen Auszeichnung der Vereinigten Staaten. Der frühere Chefredakteur der Zeitung ist nun im Alter von 93 Jahren verstorben.

Unter seiner Führung veröffentlichte die sogenannte “Post” den Watergate-Skandal, eine der größten Enthüllungen im US-Journalismus. Aufgedeckt hatten die Affäre die beiden jungen Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward, mithilfe ihres Informanten Mark Felt, genannt “Deep Throat”. Felt, ein FBI-Beamter, stellte sich erst drei Jahrzehnte später selbst der Öffentlichkeit vor.

Zum Umgang mit Informanten sagte Bradlee im Jahr 2005 im US-Fernsehen: “Ich denke Menschen haben Gründe mit Journalisten zu reden. Diese Gründe zu verstehen, ist dann die Aufgabe des Journalisten. Ich denke wir haben Mark Felt verstanden. Er war beunruhigt durch das, was er im Weißen Haus mitbekam, was alles vertuscht wurde und er entschied sich, damit an die Öffentlichkeit zu gehen”.

Im Zuge des Watergate-Skandals trat der damalige US-Präsident Richard Nixon 1974 zurück. Es war das einzige Mal in der Geschichte, dass ein US-Präsident zurücktrat. Die Veröffentlichungen in der Watergate-Äffäre zu Verschwörung und Wahlkampfmanipulation sowie zu Amts- und Machtmissbrauch auf höchster Ebene der Politik der Vereinigten Staaten stürzte die USA damals in eine politische Vertrauenskrise.