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Aserbaidschan jazzt mit internationalen und einheimischen Künstlern

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Aserbaidschan jazzt mit internationalen und einheimischen Künstlern

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Baku macht Jazz. Das Kultur- und Fremdenverkehrsministerium hat für das Jazz Festival nationale und internationale Künstler eingeladen.

Einen unabhängigen künstlerischen Direktor gibt es nicht, Kultur ist hier Staatssache.

Zur Eröffnung gab sich sich das Craig-Taborn-Trio die Ehre.

Als Jugendlicher spielte Taborn auch Keyboard und Moog-Synthesizer, doch das klassische Klavier bietet ihm einfach mehr Möglichkeiten.

“Man kann sich dem Klavier auf mehr als eine Weise nähern. Es gibt den klassischen Weg und dann kann man hier ‘reingreifen”, erläutert Taborn und packt in die Saiten. “Akustisch ist man da schon in verschiedenen Welten. Da kann man vom Lyrischen zum Aggressiven springen. Und dann zurück, ohne am Regler zu drehen, das muss man sich mal vorstellen”, sagt der Amerikaner.

Wenn Taborn improvisiert, setzt er Melodiebruchstücke neu zusammen und variiert sie auf seine eigene Weise.

Diese Frau ist schlagkräftig: Terri Lyne Carrington gibt in ihrer Band den Ton an. Die Amerikanerin wurde unter anderem mit einem Grammy ausgezeichnet. Sie spielte mit Jazz-Großmeistern wie Herbie Hancock, Al Jarreau und Stan Getz.

“Das Schlagzeug zu stimmen, dauert sehr lange: Ist das eine Ausnahme oder dauert das immer so lange?”, fragt euronews-Reporter Wolfgang Spindler.

“Ich passe das Schlagzeug immer dem Raum an. Jeder Raum ist unterschiedlich und hat einen Beiklang, deshalb klingt ein Schlagzeug immer anders. Da wir mein Schlagzeug nicht mehr mit auf Reisen nehmen, spiele ich jeden Abend ein anderes und muss mich erst mal damit vertraut machen”, sagt Carrington.

Mit sieben Jahren saß sie erstmals am Schlagzeug – es war ein Weihnachtsgeschenk ihres Großvaters.

Elschin Schirinow ist einer der aufstrebenden Jazz-Pianisten aus Aserbaidschan. Er ließ sich von Bill Evans, Herbie Hancock und Brad Mehldau inspirieren, lässt aber auch Elemente der für Aserbaidschan typischen Mugham-Musik einfließen.

“Im Jazz und im Mugham wird über Skalen improvisiert. Im Mugham gibt es Skalen wie in der Jazz-Musik. Wenn Sie diese Musik ganz genau kennen, dann können Sie improvisieren”, erläutert Schirinow den Zusammenhang von Jazz und Mugham.

In Baku spielte Schirinow mit den Amerikanern Ben Street und Jeff Ballard. Über das Internet hatten sie ihre Musik ausgetauscht, Zeit für gemeinsame Proben hatten sie vor ihrem Auftritt fast keine.

“Ein starker Festival Auftakt mit Jazz-Größen aus den USA, es war jedoch der junge azerische Jazz-Pianist Elchin Schirinow und sein Trio, der das Publikum hier am meisten begeisterte”, so Wolfgang Spindler in Baku.