Eilmeldung

Eilmeldung

Flüchtlingsdrama in Calais: Frankreich schickt 100 zusätzliche Polizisten

Sie lesen gerade:

Flüchtlingsdrama in Calais: Frankreich schickt 100 zusätzliche Polizisten

Schriftgrösse Aa Aa

Dutzende Migranten haben bei der französischen Hafenstadt Calais erneut versucht, als blinde Passagiere nach Großbritannien zu gelangen – in den Laderäumen wartender LKW.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve will nun 100 zusätzliche Polizisten nach Calais schicken, um die 350 bereits entsandten zu verstärken.

Am Mittwoch hatte die Polizei bei einem ähnlichen Vorfall Tränengas eingesetzt. Auch im Hafenviertel war es zuletzt zu Spannungen gekommen.

Dort suchen viele der wartenden Flüchtlinge, die meist aus Eritrea, dem Sudan oder Syrien stammen, Obdach. Laut der Verwaltung ist ihre Zahl in Calais seit dem Sommer von 1500 auf fast 2300 gestiegen.

“Das sind arme Leute, die anderswo ihr Glück suchen”, so ein Passant in der Innenstadt. “Aber was können wir tun? Wir sind gezwungen, zuzusehen. Und langsam gewöhnen wir uns an das Elend um uns herum, ohne etwas tun zu können.”

“Man sollte diese Leute irgendwo unterbringen”, meint eine ältere Dame. “Sie brauchen medizinische Betreuung, Waschmöglichkeiten. Wir haben schon zu viele Probleme hier.”

Ein Flüchtlingscamp gab es in Calais schon einmal: Das Rote Kreuz betrieb es zwischen 1999 und 2002. Es wurde geschlossen, weil in Frankreich und Großbritannien Bedenken über möglichen Menschenhandel laut geworden waren.