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Nach Verschwinden der Studenten in Mexiko: Gouverneur bietet Rücktritt an

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Nach Verschwinden der Studenten in Mexiko: Gouverneur bietet Rücktritt an

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Fast einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender Studenten im Südwesten Mexikos steigt der Druck auf die Politik. Der Gouverneur des betroffenen Bundesstaates Guerrero hat sein Amt zur Verfügung gestellt. Wenn sein Rücktritt dabei helfe, die Angelegenheit zu regeln, werde er sich nicht in den Weg stellen, so Angel Aguirre. Die verschwundenen Studenten zu finden, habe absolute Priorität. Da gewählte Politiker in Mexiko nicht eigenmächtig zurücktreten können, bat Aguirre den Regionalkongress ihn freizustellen. Dieser solle einen Nachfolger bestimmen. Guerrero gilt als gefährlichster Bundesstaat Mexikos und als Hort der Korruption.

Auch Präsident Enrique Pena Nieto steht in der Kritik. Demonstrantenund eine Twitter-Kampagne fordern seinen Rücktritt. Zehntausende Mexikaner demonstrierten in mehreren Städten für die Aufklärung der Affäre. “Unsere Priorität ist es, die jungen Studenten wiederzufinden”, erklärte Nieto.

Am Donnerstag hatte die Justiz bekannt gegeben, dass der Befehl für die mutmaßliche Verschleppung der 43 Lehramtsstudenten in Iguala aus dem Rathaus der Stadt kam. Der Bürgermeister, seine Frau und der örtliche Sicherheitschef werden per Haftbefehl gesucht.

Vor Tagen waren Proteste in Iguala eskaliert: Tausende hatten zunächst friedlich demonstriert, später steckten einige Demonstranten das Rathaus der Stadt in Brand. Die Stadtverwaltung macht laut Justiz gemeinsame Sache mit kriminellen Banden.