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Dilma Roussef legt Endspurt vor

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Dilma Roussef legt Endspurt vor

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Dass sie eine Kämpfernatur ist, hat Dilma Roussef erneut unter Beweis gestellt. Sie führte einen markigen Wahlkampf, der ihr erneut den Weg ins brasilianische Präsidentenamt ebnen soll. Laut jüngsten Umfragen hat sie mittlerweile einen komfortablen Vorsprung vor ihrem Rivalen. In den vergangenen Tagen zog sie wiederholt Bilanz zwischen den zwölf Regierungsjahren ihrer linken Arbeiterpartei im Vergleich zu den acht Jahren unter konservativer Führung.

Eine Botschaft, die in den Favelas ankommt. 50 Millionen Arme konnten ihren Lebensstandard dank der Sozialprogramme der linksgerichteten Regierung anheben. Vera Lucia Lemos, die in Jardim Gramacho wohnt, meint, “ich muss jeden Monat mit fast 50 Euro auskommen. Morgen bekomme ich das Geld, kaufe für meinen Sohn ein, was ich brauche und dann ist das Geld auch schon weg. Ich werde bis zum nächsten Monat warten müssen, bis Dilma mir neues Geld gibt. Sie hilft uns. Wenn es Dilma nicht gäbe, hätten wir große Probleme. Dank der Sozialhilfe kann auch meine Mutter zwölf Kinder aufziehen.”

Doch in den reichen Vierteln wollen viele Menschen die linke Regierung abwählen. Sie machen Roussef für das verlangsamte Wirtschaftswachstum des Landes verantwortlich. Beatriz Todeschini Pires erklärt, “die Menschen wollen den Wechsel, jeder ist gegen Dilma. Wir leben in Rio de Janeiro, in einem wohlhabendem Wohnviertel.”

Der Gegenkandidat Aécio Neves hat sich den unzufriedenen Brasilianern als Mann des Wandels präsentiert. Der 54-jährige Technokrat, Abgeordnete, Gouverneur und Senator ist Teil der politischen Elite Brasiliens. Er entstammt der Businesswelt und verspricht Liberalisierungen, um die stotternde Wirtschaft anzukurbeln. Neves versucht, die Mittelschicht der Großstädte des industrialisierten Südostens für sich zu gewinnen. Die hatte im Juni 2013 gegen Korruption und fehlende Mittel der öffentlichen Dienste protestiert.

Die Einschätzung der euronews-Korrespondentin Rita Ferreira in Rio de Janeiro: “Im größten Wahlkreis des Landes haben Dilma Rouseff und Aécio Neves den Wahlkampf intensiviert. Dieser gilt als der am meisten umkämpfte in der Geschichte Brasiliens.”