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Hoffnung Tunesien? Erste Parlamentswahl auf Basis der neuen Verfassung

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Hoffnung Tunesien? Erste Parlamentswahl auf Basis der neuen Verfassung

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Kurz vor den Wahlen in Tunesien laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es ist die erste reguläre Parlamentswahl seit der Revolution, die erste Abstimmung, die auf der im Januar verabschiedeten Verfassung basiert. Nach dem Rücktritt der Übergangsregierung regiert derzeit ein Technokratenkabinett. Doch viele der 5,2 Millionen Wahlberechtigten sind noch unsicher, ob sie überhaupt wählen gehen sollen, so Beobachter.

“Um Gottes Willen, jeder Tunesier sollte wählen gehen”, so Edris Alhamroui aus Tunis. “Das ist eine Gelegenheit, um zu zeigen, dass man ein echter Tunesier ist. Wählen zu gehen gehört zu den wichtigen Dingen im Leben.”

“Ehrlich gesagt ist es nicht gerade ermutigend”, sagt Amina Alfitory aus Tunis. “In meiner Familie sagen alle, dass sie nicht wählen wollen, aber wir müssen an die Zukunft Tunesiens und unserer Kinder denken. Wenn niemand wählen geht, dann können wir die Wahlen ja gleich absagen.”

Die islamistische Ennahda-Partei, die bis zum Januar die Regierung anführte, muss mit starker Konkurrenz durch die weltlich ausgerichtete Allianz Nidaa Tounes rechnen, die manche Umfragen schon als Gewinnerin sehen. Allerdings ist das säkulare Lager weniger einig als das islamistische. Das neue Kabinett soll bis spätestens Februar arbeitsfähig sein.

Tunesien gilt als Hoffnung für den demokratischen Wandel in der arabischen Welt. Doch die Sicherheitslage bleibt angespannt. In den vergangenen Tagen kam es zu tödlichen Schießereien zwischen Spezialkräften und mutmaßlichen Terroristen. Zur Wahl wurden die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft. Mehr als 70.000 Polizisten und Soldaten sollen die Abstimmung absichern.