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Stichwahl um das Präsidentamt in Brasilien

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Stichwahl um das Präsidentamt in Brasilien

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Der Wahlkampf wurde hart geführt und das Ergebnis dürfte knapp ausfallen: In Brasilien findet heute die Stichwahl zwischen Präsidentin Dilma Rousseff und ihrem Herausforderer Aecio Neves statt.

Ein Medienbericht hatte die Wahlkampagne Rousseffs noch im Endspurt torpediert: Die Zeitschrift “Veja” sieht die Politikerin in einen Korruptionsskandal um den staatlich kontrollierten Öl-Konzern Petrobras verwickelt. Es geht um Milliarden-Beträge. Die Präsidentin streitet alles ab: “So behandelt man keine Präsidentin drei Tage vor der Wahl. Warum erschien das nicht eher? Worum geht es überhaupt? Meine Empörung ist genau so groß wie die Ungerechtigkeit, die sie begehen, politischen Nutzen daraus zu ziehen.”

Roussefs Herausforderer, dem Sozialdemokraten Neves, kommen die neuen Vorwürfe gelegen. Er hatte die korrupten Geschäfte bei Petrobras bereits im Wahlkampf heftig kritisiert und ihnen den Kampf angesagt: “Geld, Niedertracht und Gemeinheit können die Wahrheit nicht besiegen, sie besiegen nicht das Bewusstsein der brasilianischen Menschen. Deshalb sind wir bereit, die Wahl zu gewinnen und Brasilien eine anständige und ehrenhafte Regierung zu geben, eine großzügige Regierung, die ihre Gegner nicht wie Feinde behandelt, die um jeden Preis besiegt werden müssen.”

Sollte Neves gewinnen, tritt er in die Fußstapfen seines Großvaters Tancredo Neves. Er war der erste gewählte Präsident Brasiliens nach der Militärdiktatur.