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Tanzende Priester und eine singende Nonne

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Tanzende Priester und eine singende Nonne

Tanzende Priester und eine singende Nonne
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Auf Youtube sind sie längst berühmt: David Rider und John Gibson legen einen gekonnten Stepptanz aufs Parkett. Kein Verhalten, das man von angehenden katholischen Priestern erwarten würde. Aber die Liebe zum Tanz begann vor der Liebe zu Gott: “Ich war drei Jahre alt, als ich mit dem Stepptanz begann. Als ich etwa 12 oder 13 war, habe ich den Film ‘Singin’ in the Rain’ gesehen, und als ich Gene Kelly tanzen sah, wusste ich, dass ich ein Stepptänzer werden wollte. Da fing ich an, es ernst zu nehmen” so David Rider. John Gibson ergänzt:
“Ich komme aus einer irischen Familie und auch auf meiner Schule in Milwaukee gab es eine ausgeprägte irische Kultur. Meine Schwester war die Erste, die mit irischem Tanz begann und irgendwann trat ich in ihre Fußstapfen.”

Auf Youtube kursieren mittlerweile mehrere Videos der tanzbegeisterten Seminaristen, die in Rom das Päpstliche Nordamerika-Kolleg besuchten. Unter anderem wurde ihr Auftritt mehr als 1,3 Millionen Mal geklickt. Für die beiden künftigen Geistlichen ist es kein Widerspruch, Gott zu loben und auf der Bühne zu tanzen: “Jeder, mit dem ich neuerdings rede, spricht mich auf das Video an. Und die meisten sind sehr begeistert davon. Es tut gut, diese Rückmeldungen zu erhalten” so John Gibson. David Rider sagt: “Wir erleben ein großes göttliches Abenteuer. Ich sage Gott jeden Tag: ‘Du hast mir dieses Talent gegeben, ich war bereit, es für dich aufzugeben. Jetzt zeigst du mir, dass ich es nutzen muss und ich frage dich jeden Tag, wie ich das tun kann, um dich zu ehren.”

Beide haben das Seminaristenkolleg inzwischen abgeschlossen und setzen ihre Priesterausbildung in Rom fort.

Anfang des Jahres hat sie den Gesangswettbewerb “The Voice of Italy” gewonnen. Ihr Auftritt wurde auf Youtube inzwischen fast 63 Millionen Mal geklickt. Jetzt bringt die 25-jährige Nonne Cristina Scuccia ihr erstes Album heraus. Darauf neun Coversongs und zwei eigene Lieder. Mit dabei: “Like A Virgin”, eine Coverversion des Madonnahits von 1984. Wie das Original wurde das Video der singenden Nonne in Venedig gedreht. Damit enden aber auch die Gemeinsamkeiten: Statt sündige Jungfrau, schwarzer Habit und feste Schuhe. Aus kirchennahen Kreisen wurde es als “kommerziell” und “rücksichtslos” kritisiert. Die Nonne aus dem Orden der Ursulinen versteht den Song dagegen als “weltliches Gebet.”

Die Sizilianerin absolvierte eine Musicalausbildung an einer Schule, die von Ursulinen betrieben wird, bevor sie sich entschloss, Nonne zu werden.

Ihr Debütalbum “Sister Cristina” erscheint am 14. November.

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