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Italiens Staatschef sagt bei Mafia-Prozess aus

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Italiens Staatschef sagt bei Mafia-Prozess aus

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Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano wird als Zeuge bei einem Mafia-Prozess befragt.

Laut der Staatsanwaltschaft von Palermo soll der italienische Staat in den 1990er-Jahren einen Geheimpakt mit der sizilianischen Cosa Nostra geschlossen haben.

Ziel sei gewesen, Bomben- und Mordanschläge der Mafia zu stoppen.

Während die mutmaßlichen Verhandlungen bereits liefen, wurden 1992 die Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino ermordet.

Napolitano war damals Präsident der Abgeordnetenkammer. Auf ihn soll ebenfalls ein Anschlag geplant worden sein. Über diese Ereignisse soll Napolitano nun Auskunft geben.

Sabrina Pisu, euronews, Rom:
“Zum ersten Mal werden die Tore des Präsidentenpalasts für die Staatsanwaltschaft geöffnet. Das Verfahren um die sogenannten “Verhandlungen zwischen dem Staat und der Mafia” erreicht den Quirinals-Palast, um einen außergewöhnlichen Zeugen zu vernehmen: Staatschef Giorgio Napolitano. Er soll den Anklägern aus Palermo Rede und Antwort stehen, um Licht in die dunklen Jahre der Bombenanschläge zu bringen. Denn die Familien der Opfer hören nicht auf, Wahrheit und Gerechtigkeit zu fordern.”