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Italiens Staatspräsident sagt in Mafiaprozess aus

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Italiens Staatspräsident sagt in Mafiaprozess aus

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Italiens Präsident hat vor Gericht ausgesagt.

Dort erhofft man sich von Giorgio Napolitano Aufschlüsse über mögliche Geheimabsprachen zwischen Staat und Mafia in den neunziger Jahren.

Napolitano wird dabei nichts vorgeworfen; es geht unter anderem um Angaben in einem Brief, den ein enger Berater, inzwischen verstorben, ihm einmal geschrieben hatte.

Zu den Angeklagten gehört aber Nicola Mancino, der damalige Innenminister, ebenso wie der einstige Mafiaboss Salvatore Riina.

Der Verdacht der geheimen Absprachen reicht in eine Zeit, in der die Mafia gegen den Staat zu Gewalt griff.

So ermordete sie 1992 die bekannten Anti-Mafia-Ermittler Giovanni Falcone und Paolo Borsellino.

Riina sitzt wegen dieser und anderer Morde längst im Gefängnis.

Das Gericht soll nun klären, ob der Staat der Mafia damals Zugeständnisse angeboten hat, damit die Gewalt aufhört.

Der schon länger währende Prozess findet im sizilianischen Palermo statt. Der Staatspräsident wurde aber an seinem Amtssitz in Rom vernommen.