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Platinis Pläne für den Fußball von morgen

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Platinis Pläne für den Fußball von morgen

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Der europäische Fußball könnte schon bald etwas anders daherkommen als bisher. Zumindest, wenn es nach UEFA-Chef Michel Platini geht. Der hat ja immer wieder mit reformerischen Ideen für Aufmerksamkeit gesorgt, und so auch jetzt. Unser Reporter Ioannis Karagiorgas hat sich einmal schlaugemacht.

“Der heutige Fußball ist das Ergebnis zahlreicher Veränderungen. In seinem Buch “Parlons Football” schlägt UEFA-Präsident Michel Platini nun neue Veränderungen und Regeln vor. Eine davon ist die Einführung einer Weißen Karte.”

Mit der Weißen Karten wird eine Zeitstrafe zum Ausdruck gebracht, wie es sie etwa im Eishockey auch gibt. Ein Spieler, der diese Karte gezeigt bekommt, muss das Spiel für mindestens 10 Minuten verlassen. Die Weiße Karte wird allerdings nur bei einem Vergehen gezückt, nämlich, wenn ein Spieler dem Schiedsrichter Widerworte gibt. Das Protestieren der Fußballer habe, so schreibt Platini, seuchenartige Ausmaße angenommen. Diesem “Wahn will Platini ein Ende bereiten.

Ioannis gibt eines zu bedenken: “Die Weiße Karte mag in einigen europäischen Ligen nützlich sein, aber was ist dann mit manchen mediterranen Ländern, wo der Protest quasi ein Hauptbestandteil des Spiels ist?”

Immer wieder kommt es vor, dass ein meckernder Spieler Beistand von Teamkollegen bekommt. In einem solchen Fall soll der Schiedsrichter die Weiße Karte gleich mehrfach verteilen können, so dass auch mehrere Spieler kurzzeitig auf die Strafbank müssen. Vielleicht ist dieser Plan also noch nicht zu Ende gedacht. Aber der UEFA-Chef hat noch mehr vor. So will er die Doppelbestrafung beim Elfmeter abschaffen und er will mehr Spieler spielen lassen.

“Platini möchte die möglichen Auswechslungen von drei auf fünf erhöhen. Einzig sichere Sache daran ist: Die Schiedsrichter werden deutlich mehr zu tun haben.”

Bisher können Trainer dreimal während eines Spiels einen Kicker austauschen. Platini schwebt nun vor, dass der Coach nun zweimal mehr auswechseln kann, dann allerdings nicht während des laufenden Spiels, sondern in der Halbzeitpause. Das heißt auch, dass nach der Pause gleich fünf neue Spieler auf dem Feld stehen könnten. Beziehungsweise zehn.

Noch eine Idee hat Platini im Ärmel. Er will die Altersgrenze für Schiedsrichter lockern. Zwar bezieht sich das vor allem darauf, das Höchstalter, das derzeit bei 45 Jahren liegt, zu lockern. Doch auch am anderen Ende, und besonders da, ist diese Vorstellung durchaus reizvoll.

Übrigens schlug Platini auch vor, die Macht des FIFA-Präsidenten zu verringern. Ob er es damit auf den derzeitigen FIFA-Chef Sepp Blatter, und damit seinen Intimfeind abgesehen hat, das steht nicht im Buch.