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Mauerbau

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Es war ein schöner warmer Sommer-Sonntag, dieser 13. August 1961. Die Zeiten waren heiss, auch politisch. Damals im “Kalten Krieg” der Systeme verlief die Grenze zwischen Ost und West mitten durch Deutschland – und auch mitten durch die Stadt Berlin. Dort aber war die Grenze bis zu diesem Tag durchlässig – weshalb dem ärmeren Deutschland im Osten massenhaft die Leute wegliefen. Tausende, die im Berliner Osten wohnten und von den dortigen Sozialleistungten profitierten, arbeiteten im Westen. Es schien nur noch eine Frage von Wochen, bis der DDR die Luft ausgeht. Folglich schwirrten in jenem heissen Sommer schon reichlich Gerüchte durch die Welt.

Im Juni verkündete deshalb der damalige SED-Parteichef Walter Ulbricht: “Niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten.” Als er das sagte, war mit Kreml-Chef Nikita Chruschtschow längst abgesprochen, was in den frühen Morgenstunden des 13. August geschehen sollte. Was die Spaziergänger rund um das Brandenburger Tor noch am Vortag nicht ahnen konnten: Das Tor war plötzlich zu. Erst mit Stacheldraht provisorisch abgesperrt, dann wurde diese “heisseste Grenze im kalten Krieg” immer weiter ausgebaut. Brand-gefährliche Machtspiele gab es vor allem am Anfang. Der bekannteste ist wohl die Panzerkonfrontation am Checkpoint Charlie, im Machtbereich der Amerikaner. Als zwei Jahre später der amerikanische Präsident John F. Kennedy West-Berlin mit seinem Besuch demonstrativ den Rücken stärkte, war die Mauer schon Beton gewordene Realität. Sein einziger deutscher Satz “” Isch binnn ein Berliner” wurde Kult. Berliner waren vor allem sie. Die im Westen, denen das Durchhalten unter so ungewöhnlichen Bedingungen durch allerhand Subventionen versüßt wurde. Die auf den Aussichtsplattformen, die im Westen mit Blick auf und über die Mauergebaut wurden, waren zumeist Touristen. “In den Osten schauen” galt zu Mauerzeiten als die Touristenattraktion in West-Berlin. Zu sehen gab es da tief gestaffelte Grenzanlagen, stets präsente Grenzer. Und für jene, die trotzdem die Flucht von Ost nach West wagten, gab es den sogenannten “Schießbefehl”. Die DDR-Soldaten hatten den Befehl, Grenzverletzer um jeden Preis zu stoppen, auch unter Einsatz der Schußwaffe. Dabei wurde auch zurückgeschossen. Hier starben auch DDR-Grenzsoldaten. An der Bernauer Straße erinnert eine Gedenkstätte an jene Flüchtlinge, die deren Fluchtversuche tödlich endeten. Gedenkstätten für getötete Grenzsoldaten wurden inzwischen abgebaut.