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Rechtsrisiken drücken Deutsche Bank ins Minus

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Rechtsrisiken drücken Deutsche Bank ins Minus

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Die "Deutsche Bank" ist wegen teurer Rechtsstreitigkeiten in die Verlustzone
gerutscht. Der gesamte Vorstand des größten deutschen Kreditinstituts wird umgebaut, der Finanzchef ausgetauscht.

Zahlreiche Rechtsstreitigkeiten belasten schwer. Der neue Finanzvorstand kommt von Goldman Sachs: Marcus Schenck war erst vor einem Jahr zu der Investmentbank gewechselt, zuvor war er lange Jahre Finanzvorstand beim Energieriesen Eon. Er folgt bei der Deutschen Bank auf Stefan Krause, der künftig das neu geschaffene Vorstandsressort für die
strategische Entwicklung des Geldhauses übernimmt.

Die Liste der Rechtsstreitigkeiten ist lang und einer der größten
Unsicherheitsfaktoren für das Institut. Beispielsweise manipulierten Mitarbeiter mehrerer Großbanken über Jahre die wichtigen Referenzzinsen (Libor/Euribor). Die Deutsche Bank akzeptierte Ende 2013 eine EU-Strafe. In den USA und Großbritannien steht eine Einigung noch aus. Die könnte nun kommen – die Bank bestätigte im Quartalsbericht direkte Verhandlungen mit den Behörden.

Für die Rechtsrisiken werden nun rund drei Milliarden Euro zurückgestellt, 894 Millionen mehr als zuvor.

Zwar stieg das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal auf 266 Millionen Euro – Vorjahreswert 18 Millionen Euro. Trotzdem rutschte die Bank mit 92 Millionen Euro Fehlbetrag in die roten Zahlen. Vor einem Jahr standen da noch 51 Millionen Euro Überschuss. Es ist der dritte Quartalsverlust in den zweieinhalb Jahren Amtszeit der Doppelspitze Jürgen Fitschen und Anshu
Jain.

su mit dpa