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Sprachaufnahme der hingerichteten Iranerin veröffentlicht

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Sprachaufnahme der hingerichteten Iranerin veröffentlicht

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Im Internet ist eine Sprachaufnahme der am Samstag hingerichteten Iranerin Rejhaneh Dschabbari aufgetaucht. Darin liest die Frau einen Brief an ihre Mutter vor.

Unter anderem sagt sie darin, die Mutter hätte sich ihr Leben lang geschämt und wäre später an ihrem Leid gestorben – falls sie vergewaltigt worden wäre.

Denn Dschabbari hat nach eigener Aussage vor sieben Jahren einen Mann, der sie vergewaltigen wollte, mit einem Messer getötet. Während des Prozesses war allerdings auch von einem Beziehungsdrama die Rede.

Vieles deutet darauf hin, dass die iranische Justiz Dschabbari vor einer Hinrichtung bewahren wollte – auch weil der Fall im Ausland für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Aber im Iran gilt bei Totschlag ein Gesetz, wonach die Familie des Opfers das Recht auf Vergeltung hat. Sie kann dann entweder auf die Hinrichtung bestehen oder den Täter begnadigen.

HIer können Sie nun Auszüge aus dem Brief der hingerichteten Iranerin Rejhaneh Dschabbari an ihre Mutter lesen (Transkription von der Oppositionsgruppe “Nationaler Rat des Widerstands im Iran”):

“Liebe Sholeh, heute habe ich erfahren, dass ich mich nun der Rechtssprechung stellen muss.”

“Die Welt hat es mir erlaubt, 19 Jahre lang zu leben. In dieser unheilvollen Nacht hätte ich getötet werden sollen.”

“Dann hättest Du gelitten und Dich geschämt, und einige Jahre später wärst Du an diesem Leid gestorben. Aber mit diesem verfluchten Hieb hat die Geschichte einen anderen Lauf genommen.”

“Meine geliebte Mutter, meine Vorstellungen von der Welt haben sich geändert, aber dafür trägst Du keine Verantwortung. Meine Worte sind unendlich. Ich habe sie jemandem anvertraut, und wenn ich hingerichtet worden bin, ohne dass Du dabei warst oder es wusstest, werden sie Dir ausgehändigt. Ich habe Dir viel handgeschriebenes Material als mein Vermächtnis hinterlassen.”