Eilmeldung

Eilmeldung

Standard & Poor's und Fitch müssen sich vor italienischem Gericht rechtfertigen

Sie lesen gerade:

Standard & Poor's und Fitch müssen sich vor italienischem Gericht rechtfertigen

Schriftgrösse Aa Aa

Vor einem italienischen Gericht ist Klage gegen Mitarbeiter der Rating-Agenturen Standard & Poor’s (S & P) und Fitch erhoben worden. Die Vorwürfe: Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Bewertung italienischer Staatsschulden während der Eurozonen-Schuldenkrise 2011 und 2012. Sensible Berichte seien während der Handelszeiten veröffentlicht worden, was schwere Verluste an Aktien- und Rentenmärkten verursacht habe.

Unter Anklage stehen in der kleinen süditalienischen Stadt Trani auch die beiden Unternehmen, im Rahmen der rechtlichen Haftung für die Handlungen ihrer Mitarbeiter.

Vorwürfe gegen die dritte große Ratingagentur, Moody ‘s, wurden von den Staatsanwälten fallengelassen.

Prozessauftakt soll Anfang Februar 2015 sein.

Gravierende Rating-Herabstufungen wurden von vielen in Italien verantwortlich gemacht für schwindendes Vertrauen in Italiens 2.000 Milliarden Euro Staatsschulden – sie hätten das Land in die Gefahr einer “griechischen Katastrophe” gebracht.

Dazu gehörten Berichte im Januar 2012 von S & P, die Italiens Staatsschulden um zwei Stufen von A auf BBB+ herabsetzten, bei Fitch sackte Italien von A + auf A-.

Zur Zeit hat Italien bei S&P BBB, bei Moody ‘s Baa2 und bei Fitch BBB+.

Rechtsanwälte der Ratingagenturen hatten zunächst die Zuständigkeit des Gerichts in Trani angezweifelt. Südapulien liege schließlich weit entfernt von der italienischen Hauptstadt Rom oder dem Hauptfinanzzentrum Mailand.

Die Staatsanwälte setzten sich durch: Die Berichte seien außerhalb Italiens entstanden, da sei jedes italienische Gericht potentiell zuständig. Der Fall begann mit einer juristischen Beschwerde von zwei Verbraucherrechtsgruppen, die zuvor von Richtern in Mailand und Rom abgelehnt worden war.

su mit Reuters