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Eurozone: Deflations-Gespenst verzieht sich

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Eurozone: Deflations-Gespenst verzieht sich

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Leichte Entwarnung für Deflations-Befürchter:
Ein erster Anstieg der Inflationsrate seit einem halben Jahr dämpft die Sorge vor einem gefährlichen Preisverfall in der Eurozone etwas.

Die "Verbraucherpreise" waren im Oktober um 0,4 Prozent höher als vor einem Jahr, so das Statistikamt Eurostat. Im September war die Jahresteuerung auf 0,3 Prozent gefallen – den niedrigsten Wert seit fünf Jahren.

Gedämpft wurde die Inflation im Oktober wieder einmal von fallenden Energiepreisen, sie gaben um 1,8 Prozent nach. Dagegen wurden Lebensmittel, Alkohol und Tabak um 0,5 Prozent teurer, Dienstleistungen um 1,2 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht allerdings erst bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Zudem schwächelt die Konjunktur und die Arbeitslosigkeit bleibt hoch.

Die "Arbeitslosenquote" verharrte im September den vierten Monat in Folge bei 11,5 Prozent. 18,35 Millionen Menschen hatten keinen Job. Schlusslichter bleiben Griechenland (zuletzt 26,4 Prozent) und Spanien (24,0 Prozent). Die niedrigsten Quoten meldeten Österreich (5,1 Prozent) und
Deutschland (5,0 Prozent).

Die EZB-Notenbanker entscheiden am kommenden Donnerstag, wie es mit der Geldpolitik weitergeht.

“Wir befinden uns nicht in einer Deflation”, sagte der Chef der italienischen Notenbank, Ignazio Visco, er bestimmt als einer von 24 EZB-Ratsmitgliedern über die Geldpolitik mit. “Aber wir können die konkrete Gefahr nicht ignorieren.”

Bei einem Preisverfall auf breiter Linie brechen die Gewinne der Unternehmen ein, die dann weniger investieren und einstellen – mit verheerenden Folge für die Konjunktur. Auch die Konsumenten halten sich zurück, weil sie erwarten, Produkte bald noch günstiger zu bekommen. Das kann eine Wirtschaft auf Jahre lähmen.

Um das zu verhindern, hat die EZB bereits ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gedrückt und den Banken Strafgebühren auferlegt, wenn sie Geld bei ihr parken, anstatt es an Firmen und Haushalte zu verleihen. Gleichzeitig können sich die Institute bei der Zentralbank zu extrem günstigen Bedingungen mit Kapital eindecken. Seit kurzem kauft die EZB außerdem Pfandbriefe, um die Bilanzen der Banken zu entlasten und so Platz für neue Darlehen zu schaffen – in der Hoffnung, dass sich dann die Konjunktur erholt und auch die Preise wieder stärker zulegen.

su mit Reuters, dpa