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Polin-Museum in Warschau blickt auf 1000 Jahre jüdische Geschichte zurück

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Polin-Museum in Warschau blickt auf 1000 Jahre jüdische Geschichte zurück

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Zwanzig Jahre hat die Vorbereitung gedauert, jetzt öffnet das Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau seine Türen mit einer Dauerausstellung. “Polin” ist das jiddische Wort für Polen und der Name des Museums. Juden und Polen – oft denkt man in diesem Zusammenhang an die Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Das Polin-Museum stellt nicht den Holocaust in den Mittelpunkt, sondern zeigt 1000 Jahre jüdisches Leben in Polen. Bis heute hat ein Großteil aller Juden weltweit polnische Wurzeln. Polen war einmal ihr größtes Siedlungsgebiet. Bis 1939 lebten dort 3,5 Millionen Juden.

“Die Ausstellung zeigt die große Vielfalt des jüdischen Lebens und die Kultur der polnischen Juden. Die Schau präsentiert den Reichtum jüdischer Erfahrung beginnend bei den relativ sicheren Jahrhunderten, als sie ein blühendes Leben führten bis hin zu den tragischen, dramatischen Ereignissen. Das Wichtigste meiner Meinung nach ist, dass das Museum diesen Zeitüberblick gibt”, so Dariusz Stola, Direktor des Museums der Geschichte der polnischen Juden.

Auf mehr als 4000 Quadratmetern gibt es acht chronologisch angeordnete Galerien, die die einzelnen Epochen des jüdischen Lebens illustrieren.

“Die Dauerausstellung des Museums der Geschichte der polnischen Juden ist wichtig für die gemeinsame Geschichte der beiden Völker. Man könnte sagen, es ist eine Fotografie aus einer Zeit, als es noch keine Fotos gab. Es ist ein Blick auf die Ankunft der Juden in Polen, ihre Ansiedlung und ihr gemeinsames Leben mit den Polen, das manchmal schwierig war. Diese Ausstellung gibt einen Überblick über die 1000-jährige Geschichte der polnischen Juden”, so Hanna Gronkiewicz-Waltz, Warschaus Bürgermeisterin.

Das Polin-Museum wurde auf dem Gelände des früheren Warschauer Gettos gebaut. Das Gebäude mit seiner reflektierenden Glasfassade wurde vom finnischen Architekten Rainer Mahlamäki entworfen: “Die Grundidee war, eine großzügige Fläche für die Exponate und Designer zu schaffen, sodass sie freie Hand haben, um moderne Technologie zu nutzen und diese Ausstellung zu schaffen.”

82,5 Millionen Euro haben Gebäude und Ausstellung gekostet, fünf Millionen gab die deutsche Bundesregierung. Die Eröffnung wurde drei Tage lang mit Konzerten gefeiert.