Eilmeldung

Eilmeldung

Wahltag im Donbass

Sie lesen gerade:

Wahltag im Donbass

Schriftgrösse Aa Aa

Die letzten Vorbereitungen laufen – auch wenn Russland das einzige Land bleibt, das die Wahlen in den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkennen will. Die Separatisten wollen heute über deren zukünftige Chefs und Regionalparlamente abstimmen lassen. Fünf Parteien treten an, keine von ihnen ist Kiew wohlgesonnen.

“Unsere Wähler leben in dem Gebiet der russischen Welt”, so Roman Lyagin, Leiter der von den Separatisten bestimmten Wahlkommission in Donezk. “Die russische Welt ist da, wo wir sind. Unsere Wähler leben überall auf der Welt, wir lassen sie per Internet wählen. Es sollen so viele Wähler wie möglich abstimmen können.”

Eine Beobachtung des Urnengangs in den Rebellengebieten durch unabhängige internationale Beobachter findet nicht statt. Zudem ist nicht klar, wie viele Wahlberechtigte es überhaupt gibt. Wegen der Kämpfe sind UN-Schätzungen zufolge etwa 400.000 Menschen aus der Ostukraine geflohen. Orte wie Petrovka, ein Vorort von Donezk, sind ihrem Schicksal überlassen. “Ich werde wählen”, sagt Anatoly aus Petrovka. “Mal sehen, für wen. Ich schaue mir die Liste an und dann entscheide ich.”

Die meisten Bewohner Petrovkas sind ehemalige Minenarbeiter. Wie ihre Zukunft aussieht, ist ungewiss. “Als das hier noch die Ukraine war, gab es Arbeit”, so Andrey. “Das ist sicher. Aber jetzt gibt es überhaupt keine Arbeit mehr.”

euronews-Korrespondent Sergio Cantone berichtet aus Petrovka: “Diese Wahlen werden vom Krieg überschattet. Trotzdem wollen die Menschen abstimmen, in der Hoffnung, dass eine starke politische Führung beim Wiederaufbau hilft.”