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Die "gelbe Seite" der italienischen Kunst: eine Ausstellung in Brüssel

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Die "gelbe Seite" der italienischen Kunst: eine Ausstellung in Brüssel

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Italienische Kunst zwischen Vergangenheit und Gegenwart im Brüsseler Palast der schönen Küste Eine Doppelausstellung, organisiert im Rahmen der italienischen Ratspäsidentschaft in der EU. Auf der einen Seite gothische Malerei aus dem Sienna des 13. Jahrhunderts und auf der anderen Seite Gegenwartskunst des heutigen Italien.

Die beiden Ausstellungen beleuchten zwar unterschiedliche Jahrhundete, gehören aber zusammen. Der italienische Botschafter, Stefano Sannino, nennt “Gelb die Farbe der Geselligkeit und des Zusammenseins. Daneben erinnert uns Gelb an das Gold im Hintergrund dieser Meisterstücke aus Sienna. Und ausserdem steht es für die Fähigkeit zur Innovation und zu italienischer Kreativität. Die Idee war also, folgenden Eindruck von unserem Land zu vermitteln: offen, gesellig und gleichzeitig verwurzelt in Vergangeheit und Gegenwart, dargestellt in vielen Schattierungen von Gelb. “

Die Ausstellung „Bilder aus Sienna“ zeigt 60 Meisterwerke, die das Voranschreiten einer revolutionären Form der Kunst zeigen, die in der Zeit vom 13. bis 15. Jahrhundert ein zunehmendes Interesse an der Darstellung von Raum und von menschlichen Emotionenen entwickelte, und brilliante, ungewöhnliche Farben verwendetem sagt der Kurator Paul Dujardin.

“Es gibt nicht mehr diese ehrfürchtige Hochachtung von Seiten der Gesellschaft gegenüber der Kunst, sie ist ein Teil der Gesellschaft geworden. Das ist der wichtige Unterschied in Siena. Beispielsweise die Darstellung der Jungfrau. Sie wird etwas Menschliches. Und die Künstler sind nicht mehr länger Handwerker, die für Gott arbeiten, sondern sie sind Künstler, die für die Gemeinde arbeiten. “

Eine Tür weiter machen die Besucher einen Sprung in der Geschichte um mehr als 500 Jahre. 16 italienische Gegenwartskünstler, zeigen ihre Arbeit. Aber worin liegt die Verbindung zwischen der Kunst des 15. Jahrhunderts und einem Künstler des 21. Jahrhunderts? Nicola Setari, der Kurator der Ausstellung „Die gelbe Seite der Gesellschaft“, sagt, das kulturelle Italien habe immer schon die Kunst in das Zentum gesellschaftlichen Lebens gerückt. “Das war eine Stärke der italienischen Künstlerkommunen, wie zum Beispiel in Sienna. Und wiele Gegenwartskünstler, die an dieser Ausstellung teilnehmen, wie Michelangelo Pistoletto, wissen ebenfalls , wie wichtig es ist, der Kultur einen zentralen Platz in der Gesellschaft zu verschaffen.”

Zentrales Stück der Gegenwartsausstellung ist eine Installation von Michelangelo Pistoletto, einem der bekanntesten italienischen Künstler in Europa. Er hat einen Spiegeltisch geschaffen, der die Form des Mittelmeers hat. Umgeben ist der Tisch von Stühlen, die von den Anreihnerstaaten des Mittelmeers gespendet wurden

“Weil wir um diesen Tisch herum sitzen können und eine Art Parlament entsteht, nicht zuletzt durch die unterschiedliche Qualität der Stühle aus allen Ländern rund um das Mittelmeer, deshalb können wir darüber nachdenken wie die Kunst einen Wandel herbeiführen kann, wie sie Menschen zusammenbringt, Entfernungen überbrückt und gleichzeitig Unterschiede bewahrt. Das ist das Leitmotiv dieser Installation”, so Pistoletto.