Eilmeldung

Eilmeldung

Pakistan: Trauerfeier für Opfer des Selbstmordanschlags

Sie lesen gerade:

Pakistan: Trauerfeier für Opfer des Selbstmordanschlags

Schriftgrösse Aa Aa

In der pakistanischen Stadt Lahore sind die ersten Opfer des Selbstmordanschlags vom Sonntag beerdigt worden. Hunderte Menschen zogen gemeinsam in einer Trauerkundgebung durch die Stadt. Sie beteten mit den Angehörigen für die Opfer der Tat.

Bei dem Anschlag in der Stadt Wagah unweit von Lahore waren nach aktuellen Angaben mindestens 60 Menschen getötet worden. Mehr als 130 Menschen wurden verletzt. Der Attentäter hatte seine Bombe inmitten einer Menschenmenge an einem Grenzübergang zwischen Pakistan und Indien gezündet. Er hatte das Ende einer traditionellen Flaggenzeremonie beider Länder abgewartet, zu der jeden Tag mehr als tausend Besucher kommen.

Nach der Trauerfeier demonstrierten in Lahore hunderte Menschen gegen islamische Extremisten in Pakistan. Eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban hatte sich zu der Tat bekannt. Die Demonstranten forderten ein noch konsequenteres Einschreiten des Militärs. Seit Juni läuft in Pakistan eine Offensive gegen die Taliban.

„Wir haben schon immer gesagt, dass es eine wirklich starke Militäroperation gegen diese Terroristen geben muß“, so ein Sprecher der pakistanischen Partei Sunni Tehreek. „Sie müssen ausgelöscht werden. Wenn die Taliban und ihre Verbündeten glauben, das sie mit solchen Taten die Moral der pakistanischen Armee, der Polizei oder der pakistanischen Bürger brechen, dann täuschen sie sich.“

An dem Grenzübergang fand die Militärzeremonie auch heute statt – allerdings ohne die üblichen Zuschauer. Zunächst hatte es geheißen, die Zeremonie werde für drei Tage ausgesetzt. Es war der blutigste Anschlag seit Monaten in der Grenzregion.