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Separatisten von Donezk rufen Zakharchenko zum Wahlsieger aus

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Separatisten von Donezk rufen Zakharchenko zum Wahlsieger aus

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Die Separatisten in der selbstausgerufenen Volksrepublik Donezk haben den 38-jährigen Alexander Zakharchenko zum Sieger der Wahlen vom Sonntag ausgerufen.

Der 38-jährige Bergbauelektriker soll mehr als 765.000 und damit 79 Prozent der Stimmen erhalten haben. Die neue Führung sei bereit zu Gesprächen, sagte Zakharchenko auf einer Pressekonferenz.

Die Vereinten Nationen, die EU und die USA erkennen die Wahl nicht an, weil sie die ukrainische Verfassung und die Bedingungen des Waffenstillstands verletze.

Das Abkommen von Minsk, das auch die Rebellen unterzeichnet hatten, sieht zwar Wahlen im umkämpften Donbass vor, allerdings unter Wahrung ukrainischen Rechts. Separatisten kontrollieren etwa die Hälfte dieser Gebiete.

“Natürlich sollten beide Seiten miteinander Gespräche führen, damit hier alles friedlich und ruhig ist”, hoff ein Bewohner von Donezk. “Es gibt schon jetzt keinen anderen Weg, denn mit Krieg erreichen wir nichts.”

Ein anderer Mann fürchtet die internationale Isolation: “Sie wissen, wie es in Transnistrien ist, wenn man von niemandem anerkannt wird. Und was dann? Wir werden zu nichts Zugang haben. Ich fürchte, dass uns das bevorsteht. Das macht mir am meisten Angst.”

In der Ostukraine, in Kiew und dem Westen wartet man nun auf die Reaktion des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Westliche Politiker, darunter die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, hatten ihn dazu gedrängt, die Wahl nicht anzuerkennen.

Außenminister Sergei Lawrow hatte jedoch schon letzte Woche signalisiert, dass Moskau die Abstimmungen in Luhansk und Donezk stützen werde.