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Aschura und die Schlacht von Kerbala

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Aschura und die Schlacht von Kerbala

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Kerbala im Irak. Hier, am Rande des Zweistromlandes, ziehen vor 1334 Jahren zwei Heere in eine große Schlacht, die die Spaltung der islamischen Welt besiegeln sollte.

Imam Hussain, ein Enkel Mohammeds wird getötet. Heute erinnern Schiiten beim Aschura-Fest an sein Opfer, verehren ihn als Märtyrer.

Zurück ins siebte Jahrhundert: Rund 50 Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed, der keine überlebenden Söhne hatte, ist ein tiefer Streit über die Nachfolgefrage ausgebrochen.

Während eine Fraktion an den Führungsanspruch eines gewählten Kalifen glaubt, hält die andere, die Anhängerschaft von Ali, des Schwiegersohns und Weggefährten Mohammeds, die „Schiat Ali“ – eine Minderheit – die direkte Verwandtschaft zu Mohammed für unerlässlich.

Bei der Schlacht in Kerbala stehen sich beide Fraktionen gegenüber. Die später Schiiten genannte Minderheit unterliegt, ihr Anführer, Imam Hussain, wird getötet, sein Kopf dem Herrscher überbracht.

Die Sunniten, die die Verehrung der Imame als Gotteslästerung kritisieren, sind auch heute noch mit 85 Prozent die große Mehrheit in der islamischen Welt.

Der alte Graben der religiösen Meinungsverschiedenheit wird regelmäßig auch zur Demarkationslinie weltlichen Machtstrebens. Wie im Gebiet des Irak und Iran, im dem sich die schiitische Glaubensrichtung konzentriert und in dem sich beide Einflusssphären auch heute immer wieder blutig aufreiben.