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"Höhere Gewalt" hinterfragt das traditionelle Familienbild

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"Höhere Gewalt" hinterfragt das traditionelle Familienbild

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Eine typische schwedische Familie – Vater Tomas, Mutter Ebba und ihre zwei Kinder – fährt in den Skiurlaub in die französischen Alpen. Doch was ein harmonischer Familienurlaub werden soll, endet in einer Katastrophe.

“Höhere Gewalt” (“Snow Therapy” ist der englische Titel) feierte bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes Premiere und gewann dort den Jury-Preis in der Kategorie “Un Certain Regard”.

Ruben Östlunds Satire beschäftigt sich mit Familienpsychologie vom Feinsten: “Das ist doch, was wir im Leben erreichen wollen – heiraten, Kinder kriegen und ein normales Familienleben führen. Ich denke, dieses Modell zu hinterfragen, ist sehr provokativ”, so der Regisseur.

Schauspieler Johannes Kuhnke: “Ich denke die typische Familie lebt in einer Art Blase. Wir geben uns mit Menschen ab, die genauso sind wie wir – andere Paare, die ebenfalls Kinder haben, Singles haben dort keinen Platz. Wir leben irgendwie isoliert und einige Menschen sind unglücklich mit diesem Familienbild”.

Eine Lawine beim Mittagessen in den Bergen stellt alles auf den Kopf. Urlauber rennen in alle Richtungen und Mutter Ebba ruft nach ihrem Mann, während sie versucht, ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Tomas dagegen ist damit beschäftigt, sich selbst zu retten. Das Unglück bleibt aus, bringt aber es kommt eine gewaltige Familienkrise ins Rollen.

Ruben Östlund: “Einer der Gründe, aus denen ich diesen Film in einem Skiort drehen wollte, war, dass es an diesem Ort ein konstantes Kräftemessen zwischen Mensch und Natur gibt. Die Zivilisation will Kontrolle über die Natur gewinnen. Die Wahl des Ortes hatte bereits etwas Metaphorisches.”

Der Streifen ist in Schweden bereits im Sommer in die Kinos gekommen. In deutschsprachigen Kinos wird er ab dem 20. November zu sehen sein.