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US-Korruptionsvorwürfe gegen Ungarn: Leiterin der Steuerbehörde beendet Spekulationen

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US-Korruptionsvorwürfe gegen Ungarn: Leiterin der Steuerbehörde beendet Spekulationen

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Die Leiterin der ungarischen Steuerbehörde hat in einem Presseinterview zugegeben, dass sie Einreiseverbot in den USA hat. Ildiko Vida soll laut einem führenden US-Diplomaten in Budapest in Korruptionsfälle verstrickt sein. Sie ist die erste Beschuldigte, die sich äußert. Der Diplomat hatte fünf weitere Ungarn beschuldigt, nannte aber keine Namen.

In ungarischen Medien war daraufhin spekuliert worden, dass auch Vida betroffen sein könnte. Die Mutmaßungen erhielten auch dadurch Nahrung, dass Vida zunächst keine Erklärungen abgab und abtauchte.

Zudem hieß es, dass es um Mehrwertsteuer-Betrügereien im Lebensmittelsektor gegangen sein soll. Diese sollen von der Steuerbehörde und von der Regierung des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban auch dann noch gedeckt worden sein, nachdem ein entlassener Steuerbeamter der Staatsanwaltschaft entsprechende Beweise vorgelegt hatte.

Vida bestritt in dem Interview am Mittwoch die Vorwürfe. “Die Vorgangsweise (der USA) unterscheidet sich von den (kommunistischen) Schauprozessen der 1950er Jahre nur darin, dass diese Prozesse zumindest über die Bühne gingen”, meinte sie. An einen Rücktritt denke sie nicht.