Eilmeldung

Eilmeldung

Nach der Zwischenwahl: "Amerika ist ein gespaltenes Land"

Sie lesen gerade:

Nach der Zwischenwahl: "Amerika ist ein gespaltenes Land"

Schriftgrösse Aa Aa

Eine “rote Welle” hat die politische Landkarte der USA verändert. Bei der Zwischenwahl haben die Wähler Präsident Barack Obasma eine klare Botschaft geschickt, indem sie den Republikanern die Mehrheit im Senat verschafft haben. Sie kontrollieren nun den Kongress. Woran liegt das? Experten meinen, das habe außen- und innenpolitische Gründe. Auch um die Wirtschaft ist es nicht zum Besten bestellt. Die letzten Indikatoren lassen glauben, Obama habe gute Arbeit geleistet. Die Arbeitslosigleit liegt bei unter 6 Prozent das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal schneller gewachsen. Im Hauptsitz von euronews in Lyon sprach Giacomo Segantini per Zuschaltung mit euronews-Korrespondent Stefan Grobe in Washington.

Giacomo Segantini: “Stefan, was ist aus dem berühmten Zitat ‘Es ist die Wirtschaft, Dummchen’ geworden? Haben die Amerikaner finanzielle Belange vergessen?”

Stefan Grobe: “Amerika ist ein gespaltenes Land. Es ist aus einem Grund gespalten und das ist die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit. Alle Profite, die in den vergangenen 30 Jahren gemacht wurden, sind an das eine Prozent der reichsten Amerikaner gegangen, während die Löhne der restlichen 99 Prozent sich kaum bewegt haben.”

Giacomo Segantini: “Wie wird sich die Wirtschaftspolitik des Präsidenten verändern, jetzt, da er Kompromisse machen muss?”

Stefan Grobe: “Ich denke, sie wird sich überhaupt nicht verändern. Das hat der Präsident bei seiner Pressekonferenz am Mittwoch zu verstehen gegeben. Er sieht sich nun als den einzigen Verteidiger der Mittelklasse, als den einzigen politischen Akteur, der für Einkommensgleichheit, eine universelle Krankenversicherung und einen steigenden Mindestlohn steht. Das alles lehnen die Republikaner ab. Am Dienstag ist aber etwas interessantes geschehen. In vier konservativen Bundesstaaten, die Obama ablehnen, in Alaska, Arkansas, Nebraska und South Dakota stand eine Erhöhung des Mindestlohns zur Abstimmung. Sie wurde mit großer Mehrheit angenommen. Obama mag also unpopulär sein, seine Politik ist es nicht.”