Eilmeldung

Eilmeldung

Deutsche Geschichte im British Museum

Sie lesen gerade:

Deutsche Geschichte im British Museum

Schriftgrösse Aa Aa

Der VW-Käfer unter der Glaskuppel weist den Weg. Das British Museum in London erzählt 600 Jahre deutscher Geschichte in der groß angelegten Ausstellung “Germany: memories of a nation”. Ausgehend von der deutsch-deutschen Wiedervereinigung vor 25 Jahren stellt die Schau die historischen Aspekte in den Mittelpunkt, die die deutsche Identität heute prägen. Mit zahlreichen
Leihgaben aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums in Berlin.

Barrie Cook, Kurator: “Die Schau betrachtet deutsche Geschichte unter dem Aspekt der Erinnerung, anhand der Dinge die, bis heute prägend sind und vielleicht von der britischen Öffentlichkeit nicht auf dieselbe Weise verstanden werden, weil unsere Geschichtserinnerung ganz anders ist. Wir betrachten zum Beispiel die Tatsache, dass es viele große Bereiche gibt, die zu Deutschland gehören, zwar über nicht Deutsch, aber ein fundamentaler Bestandteil der deutschen Geschichte sind.”

Ziel der Schau ist, das herkömmliche Deutschlandbild der Briten von Klischees zu befreien. 200 Objekte von der Gutenbergbibel bis zum Meissner Porzellan sollen die wechselvolle und “gebrochene” Geschichte Deutschlands erklären, zu der nicht nur Drittes Reich und Holocaust gehörten, sondern auch Dichter und Denker und technologische Errungenschaften.

Barrie Cook, Kurator: “Wir betrachten den großen Ruf der deutschen technischen Fertigkeit, der sich bis heute hält, beginnend mit der Gutenbergbibel, dem ältesten Objekt Schau. Es war das erste Mal, dass ein Deutscher die Welt veränderte, wir leben immer noch in Gutenbergs Welt.”

Das Spektrum der Exponate reicht von einer Replik der Krone Karls des Großen über Tischbeins berühmtes Goethe-Gemälde bis zu einer Bauhaus-Wiege und der Nachbildung eines schmiedeeisernen Tors im einstigen KZ Buchenwald. Ernst Barlachs “Der Schwebende”, der eigens von Güstrow nach London transportiert wurde, bildet als Versöhnungsgeste den Abschluss.

Ein Stück Mauer, Szenen und Fragmente des 9. November 1989, und auch Gartenzwerge für Fußballfans der jüngsten WM sind auch dabei.

Zu sehen ist die Deutschland-Ausstellung bis zum 25. Januar im British Museum in London.