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Großer Andrang bei Volksbefragung zur Unabhängigkeit Kataloniens

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Großer Andrang bei Volksbefragung zur Unabhängigkeit Kataloniens

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In Katalonien findet heute die Volksbefragung über die Unabhängigkeit der wirtschaftsstarken nordostspanischen Region statt. Das spanische Verfassungsgericht hatte auf Antrag der Zentralregierung sowohl eine Volksabstimmung als auch eine unverbindliche Befragung untersagt. Die katalanische Regionalregierung hielt trotz des Verbots jedoch an der Abstimmung fest. Die Zentralregierung toleriert die Abstimmung, weil sie nicht von der katalanischen Regierung, sondern von einem Parteien-Bündnis für die Unabhängigkeit – allerdings mit Beteiligung der Regionalregierung – organisiert wird.

Mehr als 40.000 Freiwillige haben zum Teil in öffentlichen Gebäuden Wahllokale eingerichtet. Die Separatisten hoffen, dass sich möglichst viele der 7,5 Millionen Einwohner Kataloniens, das sind 16 % der Bevölkerung Spaniens, an der Abstimmung beteiligen. Meinungsumfragen zufolge sind 80 % der Katalanen für eine größere Autonomie, rund 50 % für eine vollständige Unabhängigkeit.

Schon vor Öffnung bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen. Der katalanische Ministerpräsident Artur Mas sagte bei der Stimmabgabe, nach allem habe man sich nun das Recht auf ein definitives Referendum erworben, wenn möglich mit Erlaubnis der Zentralregierung.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy betonte, die Befragung werde keinerlei Auswirkungen haben. Solange er Regierungschef sei, werde die Verfassung eingehalten, bekräftigte er. Niemand werde die Einheit Spaniens zerbrechen.