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Indien: Acht Frauen sterben nach Massensterilisation

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Indien: Acht Frauen sterben nach Massensterilisation

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In Indien sind acht Frauen gestorben, die an einer Massensterilisation teilgenommen hatten. Mehrere Frauen befinden sich in kritischem Zustand, sie liegen in der Stadt Bilaspur im Bundestaat Chhattisgarh auf der Intenstivstation. In einem nahe gelegenen Dorf hatten die Frauen sich im Rahmen eines staatlichen Familienplanungsprogramms sterilisieren lassen. Solche Eingriffe sind nicht ungewöhnlich, sie finden meist in sogenannten Camps statt.

Der Arzt Ramesh Murty behandelt die Frauen. Er sagte: “Ihr Zustand ist sehr ernst, der Blutdruck niedrig. Wir konzentrieren uns nun darauf, sie zu behandeln, nicht auf die Ursache ihres Zustands. Die Todesgründe werden wir erst später oder wenn es eine Untersuchung gibt, herausfinden.”

Ein Angehöriger berichtet: “In dem Sterilisations-Camp wurden sie einfach operiert und dann allein gelassen. Es ist ein übler Ort ohne jegliche Ausstattung.”

Wütende Angehörige verlangten von der Klinik in Bilaspur Antworten. Unterdessen wurden vier mit den Sterilisationen betraute Personen vom Dienst suspendiert. Gegen den zuständigen Arzt läuft außerdem ein Verfahren. Die genaue Ursache der Krankheits- und Todesfälle steht noch nicht fest.

Die Lokalregierung erklärte, die Familien der Kranken erhielten umgerechnet rund 650 Euro, die Angehörigen der Verstorbenen bekämen etwa 5000 Euro.

Die Milliardenbevölkerung in Indien wächst rasant – was das Land vor gewaltige Herausforderungen etwa bei der Ernährung des Riesenvolkes und den Ausbau der Infrastruktur stellt. Die Regierungen mehrerer Bundesstaaten versuchen, Frauen mit Geld oder Geschenken zur Sterilisation zu bewegen. In Chhattisgarh erhielten sie rund 18 Euro. In den Camps werden jedes Jahr Millionen Frauen in eintägigen Fließband-Operationen sterilisiert.