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Klimaschutz: US-chinesischer Schulterschluss

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Klimaschutz: US-chinesischer Schulterschluss

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Es ist eine historische Einigung, die China und die USA im Kampf gegen den Klimawandel erzielt haben. Zum ersten Mal in der Geschichte erklären sich beide Staaten bereit, zusammen zuarbeiten. Die beiden größten Volkswirtschaften sind zusammen für etwa 40 Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich.

So einigten sich US-Präsident Barack Obama und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf einem Gipeltreffen in Peking auf neue Klimaziele. Es sind ihre ersten formellen Gespräche seit mehr als einem Jahr.
Dem Kyoto-Protokoll von 2005, das erstmals verbindliche Ziele für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern festlegt, war Washington nie beigetreten.

Erstmals hat China mit 2013 nun eine Frist angegeben, von der an es seinen Ausstoß von Kohlendioxid zurückfahren will. Auch der Anteil erneuerbarer Energien soll bis dahin steigen. Gleichzeitig verordnen die USA sich strengere Klimavorgaben: So soll bis 2025 der Ausstoß von Treibhausgasen um etwa 27% im Vergleich zu 2005 reduziert werden.

Die Vereinten Nationen organisieren jährlich eine internationale Klimakonferenz, um verbindliche Regeln im Kampf gegen die Erderwärmung aufzustellen. 2009 wurde auf der COP 15 in Kopenhagen entschieden, die Unterzeichnung eines für alle Staaten verbindlichen Abkommens auf 2015 zu verschieben. Ein Schritt, der große Kritik hervorrief.

Auch wenn US-Präsident Barack Obama nun grünes Licht für mehr Klimaschutz gibt, könnte die Einigung mit China rein symbolisch sein. Bei den wirtschaftsorientierten Republikanern, die nun sogar die Mehrheit in beiden Kammern haben, ist eine Regulierung der Industrie kaum durchzusetzen.

So ist die Einigung von diesem Dienstabend wohl zuallererst symbolisch zu verstehen – aber auch als ein positives Signal vor der nächsten Klimaschutzkonferenz in Paris. Dort sind im nächsten Jahr alle Länder am Zug. Auch Entwicklungsländer, die vorher mit dem Schutz ihrer Wirtschaft argumentierten, um sich nicht auf strengere Vorgaben festzulegen.

Die Zeit drängt. Klimaexperten zufolge sind die derzeitigen Anstrengungen für größeren Klimaschutz unzureichend, um den Anstieg der Temperaturen auf unserem Planeten auf bis zu zwei Grad zu begrenzen.